29. April - Tag 70 immer noch Erkundung Las Vegas Strip Der Sturm ist vorbei, aber es hat angenehm abgekühlt. Also die richtige Zeit für ein Bad im geheizten Pool, von Palmenwind umweht und Seele baumeln lassen¼Das Klischee passt nicht ganz. Im Pool liegen, trotz Reinigung, jede Menge abgerissener Palmwedel, das Wasser ist kühler als erwartet, und der Wind pfeift unangenehm kalt durch die Palmen. Aber da ist ja noch der 40 Grad heiße Jacuzzi. Also nix wie rein, Whirl angestellt und¼ irgendeiner hat da wohl ne Flasche Schaumbad reingekippt. Ist wie Badewanne, nur, dass der Schaum immer wieder neu gebildet wird. Nach diesem etwas feuchten, kalten und windigen Abenteuer zog es mich dann unter die warme Dusche im Zimmer. Danach wollte ich meine Tour durch die Casinos, in denen ich noch nicht oder nur kurz war, fortsetzen. Aber ich kann Ihnen sagen, die Füße laufen Sie sich platt, wenn Sie was suchen, draußen ist es wieder heiß und drückend, und die Menschenmengen haben schon wieder zugenommen. Überall kriegt man „Promotions" in die Hand gedrückt, mal um am Glücksrad zu drehen, mal um ein kostenloses Bier zu trinken, mal um ein kleines Geschenk zu erhalten. Es wird Zeit, dass die großen Hotels sich per „Laufband" noch besser aneinander anbinden, dann kann man wenigstens ab und zu mal die Füße ausruhen. Gut funktioniert dieses System zwischen Mandalay, Luxor und Excalibur und per Brücke auch zwischen New York und MGM Grand. Das Monte Carlo liegt noch alleine, aber da tut sich baulich auch ne Menge. Angepasst haben sich auch per Tram das Mirage und Treasure Island und von dort per Brücke auch das Venetian. Und dazwischen gibt es noch Verbindungen nach Caesars und rüber nach Paris. Ist auch nötig bei stellenweise 10-spurigen Straßen auf dem Strip. Der Himmel ist mittlerweile wieder zugezogen, und der Wind bläst aus einer Richtung, der die Flugzeuge zwingt „über den unteren Strip reinkommen" zum Landen. Das sieht dann richtig abenteuerlich aus: SIE stehen 200 Meter hinter dem Mandalay an der Kreuzung, und die Flieger streifen optisch dort fast die Lichtmasten, sind also höchstens noch 15-20 Meter hoch. Direkt jenseits der Straße und hinter einem effen Zaun liegt der Airport, und direkt dahinter beginnt die Landebahn mit der Aufsetzstelle vielleicht 100 Meter entfernt. Akrobatisch. Und die Flieger kommen alle im 30-Sekunden-Takt. Bei 800-1000 Fliegern pro Tag eine Meisterleistung des Tower-Personals. Einen Tipp habe ich noch: Im „ Monte Carlo" gibt es eine hauseigene Brauerei. Der Laden ist ganz hinten durch und ein bisschen schwer zu finden. Die Menschenmenge vor dem Eingang beeindruckend lang. Aber ich gehe ja immer durch an die Bar auf der Suche nach einem Plätzchen. So auch dieses Mal. Der Laden ist riesig, mit dicken Kupferrohren an der Decke, einem Sudhaus und richtig urig mit Holztischen und einer endlos langen Theke. Ich muß sehr durstig ausgesehen haben, denn der Kellner fragte mich sofort nach meinem Getränkewunsch. Nur mein Stellplatz gefiel ihm nicht. Also besorgte er mir einen Stuhl, schob die anderen Leute zur Seite und ich konnte Platz nehmen. Ein Gast hatte das ganze amüsiert verfolgt und mir bereits bei einem anderen Kellner ein Bier geordert. Und der, neben dem ich saß, spendierte mir später auch noch ein Bier. Es war ein netter Abend.
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