25. April - Tag 66 Faulenzertag Den ganzen gestrigen Abend habe ich versucht, was über den Klitschko-Kampf rauszukriegen. Ich kriegte nicht mal hier in Vegas zufrieden stellende Informationen und das Zappen im TV brachte mich auch nicht weiter. Schade. Heute morgen war wieder Familien-Chatten angesagt, und dort wurde ich dann darüber unterrichtet, dass Schumi und Klitschko gewonnen hatten. Das ist eine Sache hier, die ich manchmal dann doch vermisse: so gut wie keine Infos über z.B. diese beiden Sportarten. Dabei ist Klitschko jetzt in den USA eine große Nummer. Aber egal auf welchen Sender man schaltet, immer nur Basketball und Baseball. Hängt einem manchmal schon zum Halse raus. Und da wir schon dabei sind - ich vermisse mal ein leckeres „Körn´chen" zu meinem Bier. Dafür habe ich heute hier in Las Vegas das „ Hofbräuhaus" gefunden. Fahre ich am Dienstag hin, und dann kann ich Ihnen vielleicht den Mund wässrig machen - und vielleicht haben die ja auch mein „ Körn´chen". Ansonsten gab es nichts Weltbewegendes, ist halt Sonntag und alle Welt zockt hier. Heute standen 19 Busse voll Zocker vor der Tür, und die PKW´s konnte ich nicht mehr zählen. Wieder eine gute Gelegenheit, ein bisschen was zu erzählen - diesmal über die Indianer. Karl May war erst sehr spät hier, und da hatte er Winnetou schon ins Gras beißen lassen. Er hat sich später, als er hier war, ja vielleicht gewundert, wie viele Indianer es hier gibt. Ich möchte mich nicht zu den politischen oder grundsätzlichen Bedingungen der Indianer äußern, sondern Sie Ihnen nur mal vorstellen, soweit sie mir bekannt sind: Meines Wissens nach ist die Navajo-Gruppe die größte hier in den USA. Die Apache-Gruppe teilt sich in 3 Untergruppen auf: Jicarilla, Mescalero und Western Apache. Davon habe ich ein paar Menschen kennen lernen dürfen. Nett-sehr nett. Die Pueblo-Indianer bestehen aus ca. 20 Gruppen. Ich kenne davon die Hopi. Die meisten Pueblo-Indianer führen ihre Herkunft auf die Anazasi oder Alten Pueblos zurück, die schon ab etwa 300 vor Christi hier waren. In Taos, Albuquerque und überhaupt im Tal des Rio Grande, kann man auch heute noch alte Spuren wie z.B. Adobe- Häuser sehen. Die Tohono O´odham leben bevorzugt in der Sonora-Wüste. Sie haben ebenso wir die Pima nie ihre unwirtliche Stammheimat verlassen - bewundernswert, wenn man an Wüste denkt! Ich kenne auch noch die Ute, die aus dem Colorado-Territorium stammt. Die Indianer haben trotz Unterdrückung von 400 Jahren viel von ihrer Kultur behalten. Dazu gehören nicht nur handwerkliche Fähigkeiten, sondern auch alte Stammesrituale wie z.B. Stammestänze. Über die Stammestänze kann ich nicht so viel sagen. Ich weiß aber, dass z.B. die Hopi-Indianer in den Monaten Dezember bis Juli in ihren Dörfern oft „Katchina-Tänze aufführen, die in der Regel Touristen nicht zugänglich sind. Die „Katchina" wiederum sind Geister, die in vielen verschiedenen Formen vorhanden sind. Bei den Pueblo-Indianern gibt es im Frühjahr den „Maistanz". Dort dürfen Touristen teilnehmen, wenn sie sich respektvoll verhalten. Die Ute-Indianer zelebrieren am Memorial-Day (Ende May) den öffentlichen, farbenprächtigen Bärentanz in ihrer Ute Mountain Reservation. Die Tohono O´odham - Indianer feiern immer noch traditionell das „Nawait"-bzw. Saguaro-Wein-Festival und den Trickwena-Tanz. Bei den Apache- Indianern können Touristen Tänzen, Festivals, Rodeos, aber auch an Zeremonien wie „Nah ´ich´es" beiwohnen. Bei dieser Zeremonie erlangen Mädchen den Status einer Frau. Die handwerkliche Fertigkeit aller verschiedener Stämme ist bewundernswert. Egal, ob Keramik, Korbwaren, Schmuck, Webarbeiten, Sandbilder und auch Katchina-Puppen, - alle haben religiösen Hintergrund und sind wunderschön gefertigt. In den Reservaten, oft auch an der Nähe davon, gibt es viele Einkaufsmöglichkeiten. Wenn Sie echte Ware haben möchten - die nicht billig ist - dann achten Sie darauf, dass da „Indian Handcraft" o. ä. draufsteht. Es gibt auch Fabrikware „nach indianischer Art". Besonders den Schmuck werden Sie überall finden, meist mit Türkisen gearbeitet.
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