24. April - Tag 65 Faulenzertag Gerade als ich in den schönsten Träumen schwelgte, riss mich sehr brutal eine quäkende Stimme aus meiner Zauberwelt: ALARM-ALARM! Bitte verlassen Sie umgehend Ihr Zimmer und nehmen Sie nur Ihre Papiere und Ihren Zimmerschlüssel mit. Bitte nehmen Sie nicht den Aufzug, sondern benutzen Sie die mit Exit gekennzeichneten Nottreppen. Es dauerte trotzdem eine ganze Weile, bis man realisiert, was da läuft und bis man dann aufsteht, sich anzieht und das Nötigste packt. Also Geldtäschchen und Papiere, Fototasche und PC. Im Flur traf ich dann noch auf ein Ehepaar und einen einzelnen älteren Herrn. Er wollte partout mit dem Aufzug fahren. Wir anderen gingen dann zu Fuß sieben Etagen runter. Unten, in der Casinohalle, stießen wir auf ungläubige Gesichter von der Security, die erst mal checken musste, was überhaupt los war. Um uns herum bimmelte und klickten die Spielautomaten munter weiter. Es war ja auch nichts passiert. Sorry, falscher Alarm, Sie sind sicher. Sie können wieder auf ihr Zimmer fahren - war dann das Ergebnis. Nun ja, man muß alles mal erlebt haben und besser so, als ein echter Brand. Wäre schade um meine ganzen Souvenirs gewesen¼ Der Tag selbst beginnt dann planmäßig und sehr heiß. Jetzt merkt man dann doch, dass man in der Wüste ist. Zumal kein einziger Windhauch die Hitze kühler erscheinen lässt. Also steht nur Schwimmen, Pool, Faulenzen, Essen und „Touristen gucken" auf dem Plan. Es gibt mir aber eine gute Gelegenheit, Ihnen ein wenig über die Wüsten hier in den USA zu erzählen, denen ich „begegnet" bin: Da ist die Sonora-Wüste, sie liegt im südlichen Arizona. Ihr Kennzeichen sind die berühmten Saguaro-Kakteen. Und trotz aller Hitze - dort drin hausen Spechte und Käuze. Auch die Organ-Pipe-Kakteen wachsen dort. Sie unterscheiden sich von den Saguaros dadurch, dass sie einzeln oder gebündelt glatt wachsen, während die Saguaros riesig werden und viel „Arme" haben. Die Mojave-Wüste liegt ebenfalls in Arizona, aber im zentralen bzw. nördlichen Teil. Mir hat sie deswegen gefallen, weil ich miterleben durfte, dass es dort regnete und innerhalb kurzer Zeit alles blühte. Lila Sträucher, Abronien und Nachtkerzen, aber auch Kakteen und Yuccas. Der auffälligste Baum in dieser Gegend ist der „Joshuabaum". Er ist ein hochaufragender Kaktus, wie ein Baum mit Ästen geformt und mit sehr vielen grünen Trieben jetzt in dieser Zeit. Seinen Namen verdankt er gläubigen Mormonen. Die Great-Basin-Wüste ist die schönste Wüste, da sie aus Canyons, Klippen und Felsformationen besteht. Sie liegt im Nordwesten Arizonas, zu großen Teilen in Utah und bis nach Oregon. Auch hier im Red Rock Canyon gut zusehen. In dieser Region leben auch die scheuen Dickhornschafe. Die Chihuahua-Wüste liegt vorwiegend auf mexikanischem Gebiet, reicht aber bis Albuquerque und ins südöstliche Arizona. Hier findet man sehr viele Yuccas (das sind die stacheligen Kakteen aus denen man z.B. Shampoo herstellt). Aber auch Agaven und Kakteen wachsen hier. Und Klapperschlangen fühlen sich hier besonders wohl. Alle 4 Wüsten haben eines gemeinsam: es ist tagsüber auch schon mal höllisch heiß, in der Nacht sinken die Temperaturen auch mal nach Null. Es leben sehr viele Tiere hier - auch giftige. Ich bewundere es, wie es Lebewesen schaffen auch in unwirtlichsten Gegenden ein Zuhause zu finden.
|