Tag 056

15. April - Tag 56 Las Vegas
Meine Motel-Nachbarn links und rechts sind auch Langschläfer, und so ist die
Geräuschkulisse am frühen Morgen sehr niedrig - bis um 6:30 Uhr Bagger an der anderen
Hinterfront des Hotels anrücken und einen ohrenbetäubenden Lärm veranstalten. Was die
schon wieder wollen? Ich habe mich dann doch noch mal umgedreht zum Weiterschlafen.
Aber irgendwie klappte das nicht mehr so gut. Die Bautätigkeit hier auf dem Strip ist enorm.
Und alle Leute, die auf dem Bau arbeiten, haben bestimmt keine Job-Sorgen. Hier wird Tag
und Nacht gewerkelt. Und nur Hotelgäste, die höher als die 20. Etage wohnen, dürften
unbehelligt schlafen können. Aber das ist halt Las Vegas. Ich habe heute zur falschen Zeit beschlossen,
doch frühstücken zu gehen. In meinem „Carrows" von gestern stand die
wartende Schlange zum Frühstück bis auf die Straße. Es war 9:15 Uhr, die Frühstückszeit
der Amerikaner in Las Vegas. Dann bin ich eben weitergegangen bis zum MGM-Grand. Dort
habe ich mich ebenfalls angestellt - ging aber flott - 11.99 Dollar plus Tax gelöhnt und mich
auf ein tolles Büffet gefreut. Es war gut, aber meiner Meinung nach trotzdem zu teuer.
Anschließend habe ich direkt mit dem Trolley für 1.75 Dollar eine „ Striprundfahrt" gemacht.
Diese roten und grünen Trolleys fahren viele große Hotels an, und man kommt so einfacher
vorwärts. Leider fährt die für den 1. April angekündigte Monorail-Bahn doch noch nicht, die
Züge sind aber wohl schon in der Testphase. Habe mehrmals welche stehen sehen. Die
Strecke läuft parallel zum Strip auf der Rückseite der Hotels. Bald werden dann auch die
Hotels der 2.und 3. Reihe an den Strip angebunden sein. Ausgestiegen aus dem Trolley bin
ich nach 90 Minuten im „Mirage", meinem Lieblingshotel. Ich finde, es hat immer noch
diesen Flair von edel, reich und schön. Leider habe ich für diese Woche hier keine Zimmer bekommen.
Gegenüber ist das „ Venetian", und alle Welt schwärmt ja davon, wie toll das
Hotel wäre - besonders von der Gondelfahrt in der ersten Etage. Also, es ist schon recht
prachtvoll, und was da alles so nachgebaut wurde, ist schon beeindruckend.
Besonders die Deckengemälde im 1. Stock und im Eingangsbereich des Hotels. Die Gondelfahrt für 15
Dollar im Innenbereich fand ich allerdings zu teuer. Aber geschmunzelt habe ich über den
„Italienischen Gesang". Eine weibliche Gondolierine schaffte sogar spielend das hohe C -
SEHR bewundernswert¼.Und wie gut, dass unter dem Wasser in der 1. Etage nur das
Spielcasino liegt, wenn da mal was undicht werden sollte¼ Viele exclusive Geschäfte sind
ebenfalls im „Shop-Bereich" zu finden. Auch „Madame Tussaud" gibt sich die Ehre ab der
Mitte der Rialto-Brücke. Kostet 19 Dollar Eintritt - 2 Erwachsene + 2 Kinder 49 Dollar! Ich
habe mich mit „ Woopi Goldberg" begnügt - die ich im übrigen als Schauspielerin schätze.
Sie stand kostenlos VOR dem Wachsfigurenkabinett. Die Neugierde trieb mich dann natürlich
auch ins „ Bellagio" - man muß doch schließlich nach dem Rechten sehen. Soweit ich sehen konnte,
funktioniert sichtbar wieder alles. Ich habe dort sogar 2 Dollar am Slot gewonnen -
leider nicht „ klingeling"- Auszahlung, sondern mit Zettel an der Kasse. Bellagio ist schon
was Besonderes, und man spürt auch überall den Willen, „das Beste" zu sein. Trotzdem hat
der Crash ein sattes Loch ins Portemonnaie gerissen, man spricht hier von 2 Milliarden Dollar
Gesamt-Verlust in den 5 Tagen. Unvorstellbar. Nach der Tour seit dem frühen Morgen
qualmten mir die Socken, und ich denke, mein Bedarf ist jetzt erst mal gedeckt und meine
Neugierde befriedigt. Ich kann morgen beruhigt erst mal „ in Urlaub" gehen.



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