Tag 052

11. April - Tag 52 von Bakersfield über Calico Ghost-Town nach Las Vegas
Nach einer ruhigen Nacht und einem naja-Motelfrühstück ging es weiter auf der US85 in
Richtung Las Vegas. Bis dorthin war es von Bakersfield aus noch ca.
300 Meilen, also noch ein gutes Stück. Die Landschaft war am Anfang die Fortsetzung der
Landschaft des gestrigen Morgens, änderte sich dann aber Schritt für Schritt in eine karstige
Wüstenlandschaft und war wieder mit Kakteen übersät. Mitten drin - in Mojave -sah ich dann
wieder Hunderte von Flugzeugen rumstehen. Aha, dachte ich mir, wieder trockene Luft hier
und wieder Parkplatz. Und ich probierte es eben wieder, da mal näher ranzukommen. Diesmal
kein Militärgelände und freier Blick im Gegenlicht auf die Flugzeuge. Ich bin da so lange
rumgekurvt, auch hinter den Schranken, da eh kein Mensch auf dem Gelände war, bis ich
ziemlich nah herankam an die guten Stücke. Es waren vorwiegend Großraumflugzeuge- auch
Swiss Air und Virgin Air gaben sich dort die Ehre. Dazu bestimmt eine Menge Jumbos von
Singapore Airlines, obwohl das Heck abgeklebt war. Und natürlich viele amerikanische
Flieger. Allerdings hatte ich auch den Eindruck, dass da nicht nur geparkt, sondern auch
verscherbelt wurde, da es dort eine Lackieranstalt und ein Verkaufsbüro gab. Die Weiterfahrt
dauerte bis kurz nach Barstow - dort befindet sich in „Calico" eine Ghost-Town.
Für mich bestehen echte „ Ghosttowns" aus so was wie einem Freilichtmuseum. Dieses hier
war zwar nett aufgedröselt, bestand aber nur aus 5 originalen Gebäuden von 31 gesamt. Und
die „ Geister" waren auch in all den Gebäuden tätig und fleißig damit beschäftigt,
mit allem möglichen echten und unechten Tand den Touristen das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Möglichkeiten gab es genug. Pausenlos kamen riesige Busse mit -heute vorwiegend -
asiatischen Touristen an. Aussteigen, gucken, Foto machen, einkaufen, weg. Aber genug
gelästert. Eintrittspreis übrigens 6 Dollar pro Person.
Die ursprüngliche Stadt liegt auch heute noch in einer prächtig bunten Hügellandschaft,
sehr beeindruckend! Sie war einst eine blühende und boomende Silberabbau-Stadt mit an
die 1.200 Bewohnern und 22! Kneipen. Entstanden 1881, begann der Niedergang erst 1924, mit dem
Ende der guten Preise für Silber. Schnell wurde diese Stadt dann eine „ Geisterstadt". Erst
1961 erwachte die Stadt wieder zum Leben, als William Knott die Anlage kaufte, restaurierte
und dem County letztendlich schenkte. Heute halt einerseits eine bedeutende Einnahmequelle
für das County, andererseits von engagierten Bürgern eine erhaltene echte Wildwest-Stadt in
der liebevoll herausgeputzte Wochenend-Cowboys den manchmal wissensdurstigen Gästen
mit Rat und Tat zur Verfügung stehen und gerne über die Geschichte der Stadt reden.
Mit Spendengeldern - die natürlich zusätzlich kommen müssen - erhält und erweitert man die
Anlage. Eine kleine Bahn, für 2.50 Dollar extra, fährt einen 8 Minuten durch das Gebiet, und
ein flotter „Guide" erklärt einem ein bisschen, wie das damals so lief mit der Arbeit.
Für einen weiteren Dollar kann man ein Stück in einen originalen Stollen gehen. Und nett war eine
nachgebaute Silberwasch-Anlage in der man mit einer Pfanne waschen konnte und dann
immer - oh Wunder - ein paar Stücke goldfarbenes Pyrit fand. Zwei Cowboys standen einem
bei dieser Arbeit zur Seite. Kostet nix, man erwartete aber eine „Donation". Die Weiterfahrt
musste nun ein bisschen schneller laufen, denn ich wollte unbedingt noch mein
Übernachtungsproblem für die Zeit ab dem 16.4. lösen. Irgendwie hat es mich doch belastet,
nicht zu wissen, ob ich denn nun länger in Vegas bleiben kann, oder ob ich endgültig am 16.4.
abreisen muß. Zuerst jedoch stand „ESSEN" auf dem Plan. Direkt in Nevada gibt es den Ort „ Primm"-
natürlich die erste Zockeradresse hinter der „ Grenze", aber auch berühmt für hervorragendes Prime-Rib.
Und so war es dann auch. Ein hervorragendes Essen - Prime Rib für 5.95 Dollar plus Tax
stand an. Dabei 2 Dollar beim „ Keno" verzockt und weiter ging die Reise. Im nächsten Ort -
Jean - ist das Visitor-Center- und ich wollte mich mit Landkarten etc. von Nevada eindecken.
Ich fand es nicht, aber dafür ein Hotel, das mit einem Schlag meine Übernachtungsprobleme
löste. Dieses Casino-Hotel liegt ganz allein auf weiter Flur (hat aber sogar Internet-
Anschluss!), hat ein kleines Casino, 4 verschiedene „Freßtempel", ein bisschen Souvenir-
Kram, einen riesigen Parkplatz für Lkws und Traum-Übernachtungspreise. Ich mochte es gar
nicht glauben, habe mir sogar ein Zimmer angesehen - besser als so manches gute Motel
unterwegs. Und besser als die meisten bezahlbaren Hotels in Vegas. Ich zahle für 5 Nächte für
das ZIMMER je Nacht 19.95 Dollar, für 1 Nacht 39.95 Dollar und 1 Nacht 79.95 Dollar = Wochenende.
Und dafür wurde sich auch noch entschuldigt. Ich habe alles klargemacht für
den 16.4. - 23.4. Pool und Spa ist natürlich auch da, und es werden wunderbar erholsame
Ferientage werden. Die Entfernung zum Vegas-Strip beträgt exakt 15 Minuten! Jetzt bin ich
bis Freitag also hier in Vegas im „ Strip-Travelodge" unterbracht, zwar teurer als gehofft, aber
mit 310 Dollar incl. Tax für 5 Übernachtungen noch erträglich. Absolut ruhig, obwohl nur 10
Schritte von der Strip-Straße entfernt - quasi im Hinterhof. Nebenan ist „ Alladin" und
„Paris" und ich fühle mich in guter Gesellschaft.





Tag 051
Tag 053