Tag 050

9. April - Tag 50 nach Fresno in der „Mitte" von Kalifornien
Heute ist Abreisetag, und ich wäre doch gerne noch etwas geblieben. Der Himmel ist
wiederum trübe und neblig, und das macht die Abreise leichter. Eine noch mal geplante Fahrt
an die kostenlose Küstenlinie war wegen der tiefliegenden Wolken und geringer Sichtweite
illusorisch. Also weiter ging´s: Geplant ist, quer durch das Land nach Fresno -
mit dortiger Übernachtung und von dort am nächsten Tag zum „Kings Canyon" und „Sequoia"
Nationalpark zu fahren. Diese Fahrt auf der US 152 über „ Los Banos" und dann auf der
US99 nach Fresno ging zum größten Teil durch „Ackerbau -und Viehzucht", aber auch vorbei
an riesigen Wein-Anbaugebieten. Überall sanfte Hügel, auf denen die Sonnenseite braun war
und die Schattenseite saftig grün. Dort standen dann sehr, sehr viele Rinder. Ach ja, 3
lebende, freilaufende Hühner habe ich auch gesehen. Die allerersten, die ich je in Amerika
gesehen habe! Und ich will auch nicht drüber nachdenken, wie die Eier hier entstehen¼In
einem Dorf roch es so penetrant nach frischem Knoblauch, dass ich mich gefragt habe, wie
die Dinger wohl wachsen. Oberhalb oder unterhalb der Erde? Habe ich mir doch noch nie
Gedanken darüber gemacht, wie Knoblauch wohl wächst. Und natürlich gab es auch den
„ Bauernladen" zum Einkaufen regionaler Spezialitäten. „Laden" ist ein bisschen untertrieben.
In Hollister, noch vor Los Banos, gibt es ein riesiges Areal namens „Casa Frutta". Dort
befanden sich nicht nur ein RV-Platz, Motel und Tankstelle, sondern auch ein Zoo,
ein Kinderspielplatz mit Bahn, eine großes Haus mit Wein incl. Verkostung und eine Haupthalle
mit Früchten, Nüssen, Honig, Marmelade, Obst etc. - aber in riesigen Mengen! An den
diversen Nüsse-Theken konnte man sich z.B. selbst seine Nüsse-Kollektion zusammenstellen.
Aus wahnsinnig viel verschiedenen Geschmacksrichtungen. Haben Sie schon mal Mandeln
mit Erdbeer- oder Knoblauch-Geschmack gegessen? Ebenso viele, viele Früchte in
getrocknetem Zustand. Zum Beispiel: Ananas mit Erdbeer-Geschmack¼Nach knapp 2
Stunden verließ ich dann die Anlage, um einige Einkäufe reicher und um eine Menge Geld
ärmer. Die Weiterfahrt nach Fresno gestaltete sich an diesem sonnigen Nachmittag
problemlos und entspannend. Die Tour ist empfehlenswert, weil überhaupt nicht stressig, die
Straßen gut ausgebaut sind, und die dortigen Temperaturen sind angenehm und windstill im
Gegensatz zur Küste. Ich habe Fresno als Ausgangspunkt zum Kings Canyon gewählt, weil
die Anfahrt leicht ist. Immerhin müssen aus dem Tal heraus 2.500 Meter hochgefahren
werden. Und hier ist das alles anders als bei uns. Gerne hätte ich auch noch mal den
Yosemite-NP besucht und den dahinterliegenden„ Mono-Lake". Aber der NP ist bis Ende Mai geschlossen.
Im Kings-Canyon kann man, bis auf die gesperrte höhergehende Straße, alles im
Bereich von 2.500 Meter besuchen/besichtigen. In Fresno habe ich mich mal wieder auf die
Suche nach einem Hotel gemacht. Auswahl war genug, und ich hoffte, trotz Ostern, gut unterzukommen.
Klappte auch in einem - vermutlich sehr neuen - „Red Roof Motel". In dieser Motel-Kette war ich auf dieser Reise noch nicht.
Ich muß sagen, ich war sehr zufrieden. Die Zimmer sind geräumig und groß,
haben sogar eine kleinen Schreibtisch mit einer Lampe, in deren Fuß nicht nur ein Stromstecker,
sondern auch direkt ein Internet- Anschluss integriert ist! Im Motel kann man auch „ Mitglied" werden -
nach 10 Nächten in Red Roof Motels ist die 11. Nacht gratis! Bezahlt habe ich 61,99 Dollar plus Tax mit ADAC- Rabatt.
Vor „ die Tür" wollte ich an diesem Abend nicht mehr. Stattdessen habe ich kostenlos „ Harry Potter 5" im TV geguckt und bin fett drüber eingeschlafen.



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