Tag 048

7.April - Tag 48 Monterey und 17-Mile-Drive
Ich habe gut geschlafen und ausgiebig ein Motel-Frühstück genossen und bin bei diesem
wiederum sonnigen Tag ganz wild auf Natur pur. Als ich hier in Monterey vorgestern abend
ankam, dachte ich, hier werde ich nicht alt, so ein Dorf. Gestern relativierte sich das schon
mächtig, nachdem ich sah, was dieses „Dorf" doch noch alles zu bieten hat. Es ist erst mal die
Stadt, die am meisten kalifornische „Historic" enthält, sei es, dass hier seinerzeit die Spanier
waren und lebten und erst durch einen erbitterten Kampf das Land an die amerikanischen
Truppen verloren. Sei es, dass es auch hier aus dieser Zeit viel Lebensstil der Spanier gibt,
wie z.B. die„Adobe-Häuser" zu, oder das „ Royal Presidio" samt Kapelle, der frühere
Regierungssitz der Spanier oder sogar Kaliforniens erstes Theater. Monterey war viele Jahre
lang - auch durch die wechselvolle Geschichte hindurch - Kaliforniens Hauptstadt. Erst 1849
wurde über Umwege Sacramento neue Hauptstadt. Es gibt sehr viel Geschichte in Monterey
und viele sehenswerte Gebäude. Besonders im schönen Downtown-Bezirk, der einfach zu
durchwandern ist und in dem viele historische Gebäude erhalten sind. Mich zieht es heute erst
mal in die „Cannery Row". Populär geworden durch John Steinbecks gleichnamigen Roman „
die Straße der Ölsardinen. Er beschrieb seinerzeit das Leben, die Arbeit und die Gegend der
Leute hier und ihre Arbeit im Ölsardinengeschäft. So existiert das „ Kalisa´s Cafe" im
Roman „ La Ida Cafe" genannt - immer noch. Hier in der Cannary Row arbeiteten Menschen
aus aller Welt und aller Rassen in der Fischindustrie. Und es war für eine lange Zeit eine blühende Industrie,
bis die Ölsardinen abgefischt waren. Die „ Cannery Row Companie" hat nach dem
Niedergang dieser Industrie die alten Räume, Hallen und Speicher aufgearbeitet
und dem „ Business" freigegeben. So finden Sie hier heute sehr viele kleine Geschäfte und
Restaurants in einem überschaubaren Gebiet. Dazu ein paar Spitzenhotels und Parkhäuser.
Auch das traditionsreiche „ Bubba Gump Shrimp Co. & Market" ist noch erhalten als
DAS Shrimp-Restaurant hier. Hier wurde auch ein Teil der Szenen des Films „ Forrest Gump"
gedreht. Auch das Aquarium liegt direkt in diesem Viertel und ist ein Teil der Cannery Row.
Natürlich gibt es hier auch eine „ Restaurant Row", und Sie finden viele traditionsreiche
Restaurants mit z.T. exzellenter Küche, und ebenfalls viel Geld können Sie hier beim Shoppen loswerden.
Nach all den Anstrengungen des Geldausgebens zog es mich in die Natur, an die Küste dieser Halbinsel.
Momentan grünt und blüht alles, und die Stadt hier hat sich große Mühe gegeben,
einen Teil der Küste nicht nur mit Wanderwegen, sondern auch mit optischen Genüssen
aufzuwerten. So fahren Sie auf dem „Ocean View Blvd." nicht nur an altehrwürdigen
Holzhäusern vorbei, sondern momentan auch an einem riesigen lila Teppich aus blühenden Steingewächsen.
Dazwischen blühende Kakteen, und ein Meer so blau wie der Himmel, davor
jede Menge Klippen und kleine Sandbuchten. Die folgende Coastline ist wirklich
wunderschön, und man kann an vielen ausgewiesenen Plätzen halten und zwischen den
Klippen an den meist vorhandenen kleinen Strand klettern. Dazwischen viele Sea-Lions, die
verspielt in fast greifbarer Nähe rumtollen. Gegenüber liegen in hohen Sanddünen versteckt
traumhaft schöne Häuschen. Welch ein toller Platz zum Leben. Natürlich gibt es auch sehr
viele Golfplätze, und es ist sicherlich für die Golfer auch ein besonderes Erlebnis, direkt an
den Klippen zu spielen. Diese Küstenlinie geht nahtlos in den „17-Meile-Drive" über.
Da Privatbesitz, kostet das Durchfahren 8.25 Dollar. Ich denke, schöner als die kostenlose Tour
an Montereys Küste ist es nicht. Es ist in erster Linie ein Golfer-Areal mit jeder Menge
spektakulärer Greens, mit Hotels und einem passenden Umfeld. Hier fehlt nichts für einen
Golfer. Und hier im Bereich Carmel, leben auch die vielen reichen Leute, versteckt in ihren
Villen. Mir gefiel dort die Küstenlinie, die Fahrt durch die Waldbereiche habe ich
abgebrochen bzw. ausgelassen. Am Abend bin ich dann doch noch mal zum kostenlosen
„Drive" gefahren, um einen Sonnenuntergang zu genießen und zu fotografieren. Mit mir
viele, viele andere, die zum Teil mühsam auf den Felsen rumkletterten, um das spektakulärste
Foto zu schießen. „Daumenbreit" über dem Wasser verschwand dann die Sonne hinter
Wolken. Nix war es also mit dem spektakulären Foto. Genossen habe ich die Stunde am Meer
aber dennoch. Ich kann hier und heute schon sagen, Monterey ist was ganz Besonderes, und
ich werde es in toller Erinnerung behalten.



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