Tag 043

2. April - Tag 43 ein bisschen Las Vegas und Weiterfahrt nach Kalifornien
Mein Bedarf an Motel6 Hotels ist vorläufig gedeckt. Meinem Bett fehlte ein „Bettbein" und
so rutschte ich während der ganzen Nacht immer nach links unten. Reparatur mitten in der
Nacht? Sorry. Also versuchte ich immer wieder im Bett hoch zu rutschen und quer im oberen
Teil zu schlafen. Aber es war keine gute Nacht.
Geweckt wurde ich von einem anhaltenden Plätschern. Ich dachte im ersten Moment, das Bad
wäre auch noch undicht. Aber es war viel schlimmer. Wolkenbruchartiger Regen ergoss sich
auf Las Vegas. Ja, Sie haben richtig gelesen! Es REGNETE! Da es hier naturbedingt keine großartige
Kanalisation gibt, ist dieser Regen vermutlich eine mittlere Katastrophe für die Wüstenstadt.
Das nicht ablaufende Wasser vor dem Hotel war so hoch, dass man befürchten
musste, dass es in die Zimmer rein liefe. Also gepackt und im strömenden Regen alles
verstaut und mit klatschnassen Füßen losgefahren ins nächste, hochgelegene Parkhaus eines
Hotels. Es war 7:30 Uhr, und da hier die Pacific-Time herrscht, wieder eine Stunde später als
gestern. Und in meinem Körper ist es halt noch 8:30 Uhr.
Im „New York"- Hotel wollte ich dann gepflegt frühstücken. Alles geschlossen! Ich glaubte
es kaum. Ich kenne in Las Vegas eigentlich nur Restaurants und Büffets, die die ganze Nacht
geöffnet haben. Hier gingen nicht mal die oberen Spielhallen - welch ein Wunder. Aber
Kronleuchter auf dem Klo! Endlich stieß ich in diesem Riesenkomplex auf ein Restaurant, das
gerade öffnete und auch Büffet hatte. Ich hin und mir das Büffet angeguckt.
Armselig ist noch geschmeichelt, aber man hätte satt werden können. Nur die dafür fälligen 10.99 Dollar plus
Tax fand ich unverschämt. Also bin ich brummelnd raus in den Regen, um nach Alternativen
zu suchen. Nebenan gab es ein „Carrows" - ist eine Frühstückskette wie Dennys.
Klatschnass- ich habe natürlich keinen Schirm mit - kam ich dort an und habe hervorragend
für 5.29 Dollar ein riesiges 3-Eier-Omelett gegessen und hervorragenden Kaffee geschlabbert
und alles auch noch serviert bekommen.
Die Zimmersuche im Internet heute morgen hatte NULL Ergebnis gebracht und mich dadurch gezwungen,
eine Alternative zu Vegas zu suchen. Auch aufgrund des jetzigen Wetters und
der weiteren schlechten Aussichten hatte ich bereits beschlossen, die Route ein weiteres Mal zu
ändern und Kalifornien vorzuziehen. Sobald ich dort „durch" bin, starte ich einen zweiten
Versuch in Vegas. Das ist das schöne, wenn man nicht an Zeit und Gegend gebunden ist.
Obwohl ich schwer enttäuscht war, nicht bleiben zu können. Aber das sch¼.öne Wetter hat es
mir dann leichter gemacht. Regen in der Wüste, das muß man erst mal verdauen. Die Wolken
hingen so tief, dass man sie fast greifen konnte, und der Charme dieser Stadt war trotz
Lichtreklamen und Musikgedröne dahin. Allerdings habe ich mir dann doch einen
Orientierungstrip bis runter nach Downtown gegönnt. Dort weit weg von Strip gab es sogar
noch bruchbudenhafte „vacancy"- Motels. Aber die wollte ich mir dann doch nicht antun.
Gegen Mittag hatte ich dann genug von Vegas und seinem Regen. Ich fuhr die I-15 Richtung
„Barstow"- liegt ca. 120 Meilen weiter westlich. Hier stellte ich fest, dass ich wieder die
„Route 66" kreuzte und auch hier wird viel Werbung betrieben.
Also blieb ich hier in einem Econo-Lodge-Hotel für 38 Dollar plus Tax. Ein Einkauf im
nebenan liegenden Supermarkt und ein Döschen Bier und viel Müdigkeit helfen mir den Rest-
Tag abzuhaken. Auch hier regnet es ein bisschen und es ist so kalt, dass ich die Heizung im
Zimmer anschmeißen musste. Ich habe per Internet für erst mal 2 Nächte in Los
Angeles/Long Beach ein Comfort Inn Motel gebucht. Ich hoffe, dass die frische Seeluft mich
wieder ein bisschen aufmuntert. Ein bisschen Frust steckt mir immer noch in den Knochen.
Ach ja, beim Einkauf im benachbarten Supermarkt musste ich mal wieder „Member" werden,
um die Sonderpreise genießen zu können. Hat sich gelohnt - wieder 3 Dollar gespart (macht 3
Dosen 24oz-Bier)! „ Member" werden in den USA-Märkten ist einfach. Man füllt ein Blatt
Papier meist nur mit dem Namen aus, manchmal auch noch mit der Adresse und auf jeden
Fall mit der Email-Adresse. Das reicht schon, um sofort eine Member-Karte in die Hand
gedrückt zu bekommen. Ich habe bestimmt schon 10 verschiedene Sorten in meinem „Bestand".



Route 66 - Barstow - 2004 



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