31. März - Tag 41 auf dem Weg zum Grand Canyon und weiter nach Kingman Heute habe ich spontan umgeplant. Es brennt im Nachbarpark, für das Gebiet um Phönix ist ein Sandsturm gemeldet, und eine riesige Regenfront mit Blitz und Donnner kommt direkt auf das Gebiet zu, in dem ich mich momentan befinde. Im Bereich Grand Canyon und Nevada/Kalifornien ist es weiterhin trocken und sonnig - vorläufig wenigstens. Und das reizt mich dann schon eher. So werde ich momentan also nicht nach Albuquerque fahren, sondern Richtung Grand Canyon und von dort nach Las Vegas. Ich hoffe, dort auch ohne Internet- Buchung ein Plätzchen für 10-14 Tage zu bekommen. Dazu kommt noch, dass Ostern vor der Tür steht, und die Amerikaner dann schon wieder auf Tour sein werden. Also auf zum Grand Canyon. Nur der Nationalpark allein umfasst schon ein Gebiet von fast 5.000 Quadratkilometer. Die Schlucht ist knapp 450 km lang und bis zu 1.600 Meter tief. Durch diese Landschaft schlängelt sich der Colorado River, der dieses Wunderwerk geschaffen hat. Von oben sieht der aus wie eine Pfütze, aber ich bin nicht mutig genug, auf ihm eine Rafting-Tour zu machen! Man unterscheidet South Rim und North Rim - wobei letzterer jetzt noch geschlossen ist. Der South Rim ist ganzjährig geöffnet.
Auf der South-Rim -Seite unterscheidet man auch noch West -und East -Rim. Der West Rim ist heute nur noch teilweise mit dem Auto befahrbar, ansonsten mit einem Shuttle-Bus ab Grand Canyon Village. Ich erinnere mich noch an meine erste Tour vor Jahren, da konnte man noch selbst mit dem eigenen PKW durchfahren. War schon ein besonderes Erlebnis - naja, ich bin auch kein Wanderfreund. Der East-Rim ist problemlos mit dem eigenen Wagen zu befahren und bietet zahllose Stellen zum Halten und Staunen. Endpunkt dieser 25 Meilen langen Tour ist der „ Desert View". Von dort kann man den Park auch wieder verlassen. Am Desert View gibt es ein Visitor-Center, einen Besichtigungsturm und natürlich einen Kiosk. Und diese Tour war auch mein erstes Ziel. Ich war schon zweimal an diesem Naturwunder, und es fasziniert immer wieder aufs Neue. Selbst das Wetter hat bei meiner heutigen Tour noch einigermaßen mitgespielt, so dass ich Licht und Schatten hatte. Empfehlenswert ist es am Morgen, mit der East-Tour anzufangen. Dort können Sie an gekennzeichneten Plätzen ohne große Probleme einen Teil des Canyons in immer wieder neuen Farb- und Lichtvarianten sehen. Dazu an mehreren Stellen den Colorado-Fluss und vielleicht sogar - wie ich heute - im Licht. Vom Turm im Desert Village hat man einen phantastischen Blick runter in den Canyon. Ich bin wieder zurückgefahren ins Grand Canyon Village, weil in der Zwischenzeit gute 4 Stunden vergangen waren, das Licht schon wieder anders stand, und ich noch mal neue Eindrücke gewinnen konnte. Am „Yavapai-Point", auf dem West Rim, hat man einen Super-Überblick am Nachmittag. Dort ist es natürlich sehr, sehr voll, und die Busse stapeln sich. Ich hatte den Eindruck, dass viele Bus-Reisegruppen nur diesen einen Punkt anfahren, die Leute rechts und links ein bisschen „laufen lassen" und dann geht's weiter. Ich stellte mir dann aber auch mal kurz vor, wie voll das an einem normalen Wochenende sein muß. Im eigentlichen „Grand Canyon Village" befindet sich eine Plaza, auf der man alles kaufen kann, und dort gibt es viele Übernachtungsmöglichkeiten. Dazu viele Anbieter von Ausflügen, sei es Busrundfahrten, Reitmöglichkeiten, Riverrafting oder geführte Wandertouren. Für jeden lässt sich dort was finden. Wer gerne einen Rundflug über den Canyon machen möchte, auch das ist möglich, von Airport in „Tusayan", kurz vor den Toren des Parkes. Wenn Sie schon fliegen möchten, nehmen Sie den Hubschrauber. Ich habe das bei meinem zweiten Besuch auch getan - GRANDIOS! Leider darf man heute nicht mehr durch die Schlucht, sondern nur noch oben am Rand fliegen. Für die „Wandervögel": es gibt meines Wissens auch 2 geführte Touren, die 2 Tage dauern mit Übernachtung im Inneren des Canyons. Dazu muß man sich aber unbedingt anmelden. Es gibt sicher auch da ganz viel Varianten- und im Internet gibt es auch: www.nps.gov/grca zum Nachlesen. In „Tusayan" gibt es auch viele Übernachtungsmöglichkeiten, wenn Sie im Village nicht mehr unterkommen, oder es Ihnen zu teuer ist. Dort ist auch ein IMAX-Theater, in dem ein Film über den Grand Canyon läuft. Natürlich gibt es auch Kneipen und Souvenirläden. Der Eintritt in den Park beträgt übrigens 20 Dollar pro Privatauto samt Inhalt. Meine am Anfang dieser Reise gekaufte „ Golden Eagle" - Karte hat sich schon längst bezahlt gemacht. Insgesamt habe ich knapp 5 Stunden meine Runden gedreht und danach war ich nur noch müde. Eine Übernachtung war dort nicht geplant - es ist mein dritter „Auffrischungs"-Besuch. Ursprünglich wollte ich in Williams, einem kleinen Ort an der I-40, übernachten, habe dann aber umgeplant und bin durchgefahren nach Kingman. Es war ein langer Tag, der große Regen ist momentan erst mal an mir vorbeigezogen, und jetzt freue ich mich nur noch auf die Tour morgen auf der Route 66. Und danach geht's ab nach Las Vegas. Zwei Wochen relaxen und alles mal aufarbeiten ist angesagt. Und wenn dann der Osterbetrieb hier vorbei ist, geht's dann wieder weiter nach Kalifornien.
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