Tag 033

23. März - Tag 33- El Paso
Die Erkundung von El Paso ist schon was Aufregendes - auch weil hier alles anders ist als
sonst wo. Hier kann man sich spanisch besser verständigen als in Englisch, und auch ein Gang
durch die Käufhäuser ist anders als woanders. Aber alles nacheinander:
Ich wohne in El Paso im Westen, und dies hier ist eine kleine Stadt für sich, und da es auf
dem direkten Weg zur Grenze liegt, auch sehr stark frequentiert von den
Spaniern/Mexikanern. Hier findet sich wirklich alles, was „Mann/Frau" auch jenseits der
Grenze braucht - und das in großen Gebinden. Zum Beispiel ist es hier normal, 32oz- Bierdosen zu haben - entspricht knapp 1 Liter! Auch die Artikel-Auswahl ist anders: z.B. kann man hier in großen Mengen Auto-Ersatzteile und Öl im Kaufhaus kaufen. Und wahnsinnig viel Kinderklamotten oder mal wieder „Blaumänner", die ich sonst nirgends sah. Dafür so gut wie nix an Cowboy-Klamotten zu finden -außer Stiefeln, die nicht unter100 Dollar zu haben sind. Von meinem Fenster aus habe ich einen Blick am Tage auf die umliegenden Berge, die sich je nach Licht zauberhaft verändern. Wenn es dunkel draußen ist, kann ich auf ein riesiges Lichtermeer bis weit nach Mexiko hinein sehen.
Heute habe ich versucht, endlich den Fluss Rio Grande aufzutun. Ich habe ihn auch gefunden,
in dem ich „über ihn drüber" auf die andere Fluss-Seite gefahren bin. Hier fließt endlich
sichtbar der Rio Grande - aber kanalisiert und demzufolge armselig und sehr schmutzig und
von Fabrik-Gebäuden gesäumt. Und es stinkt sehr nach Chemie. Ich bin dann flott wieder auf
die andere Seite zurückgefahren, unmittelbar in den Grenzbereich zu Mexiko. Dort trifft man
jede Menge US-„Borderline"- Polizei. Landschaftlich sieht es aus wie in einem Gefängnis- meterhoher Stacheldrahtzaun.
Und wenn ich dann den kleinen und großen Grenzverkehr gleich ein paar hundert Meter weiter sehe, dann frage ich mich wirklich, ob es keine andere
Lösung gibt als so eine schwer bewachte Grenze nach Mexiko.
Besucht habe ich auch das „Khamizal Monument", das, sehr gepflegt im Grünen, mit Blick
auf die schmuddelige Grenze, über die gemeinsame Geschichte der Bevölkerung berichtet.
Die Altstadt - oder besser Downtown, ist zwar geschichtsträchtig, wirkt aber wenig attraktiv,
da, wie ich schon berichtete, die Straßen im Grenzbereich überfüllt sind mit kleinen Ständen
und Buden, in denen „Ramsch"-Ware angeboten wird. Dazu Polizeifahrzeuge aller Arten, die
ständig patrouillieren. Sooo... macht das keinen Spaß.
Also zurück in die wirkliche Stadt, wo man nach Herzenslust bummeln und vor allem
Shoppen kann. Und da die Stadt größenmäßig trotzdem überschaubar ist, kann man sich viel,
viel ansehen. Gefunden habe ich am frühen Abend eine „ Brewery" namens „ Jaxons" und da stehe ich ja nun mal drauf. Also rein und einen Test-Sampler bestellt. Um es kurz zu machen,
optisch war es ok - aber der Rest war eine Enttäuschung. Falls Sie Biertrinker sind - können
Sie sich vorstellen, Bier mit Himbeer-Geschmack zu trinken? Und die neueste Kreation war „ Hefe-Weizen". Der Bartender fragte mich, ob er mir Zitrone dazu geben sollte. In
Deutschland würde das Hefe-Weizen immer so nach Banane (!) schmecken. Ich kann mich
nicht erinnern, mal ein Bier nicht ausgetrunken zu haben - dieses schon, grässlich! Ich glaube, enttäuscht war der Barkeeper schon ein bisschen¼Nun ja, ich bin zwar kein Bayer - aber
schmeckt Hefeweizen nach Banane? Ich habe mich dann wieder auf meinem Zimmer meinem vertrauten Dosen-Bier gewidmet.



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