21. März - Tag 31 von Lac Cruses NM zurück nach El Paso-Texas Heute morgen um 7 Uhr schon brütende Hitze, aber schon ziemlich bedeckt. Es sieht nach Regen aus. Nach einem schnellen Frühstück im Hotel ging die Weiterfahrt, die 42 Meilen über die I-10, zurück nach El Paso in Texas. Das Hotel in Las Cruces war übrigens keins der großen Motelketten, sondern ein kleines, einheimisches, empfehlenswertes Motel: - Teakwood Inn - für 39.95 plus Tax - das über sehr große Zimmer mit allem Komfort verfügte. Man konnte sich mal richtig ausbreiten. Auch die Gelegenheit, die Taschen aus dem Auto über die Terrassentür ins Zimmer zu befördern, habe ich sehr begrüßt. Jetzt weiß ich auch endlich, warum die Amis ihre Autos immer rückwärts vor ihrem Zimmer einparken. Klar, ist ja auch einfacher die Koffer auszuladen, als ein paar Meter um´s Auto herumgehen zu müssen. Deswegen auch oft die Schilder mit der Aufforderung vorwärts einzuparken. Und ich dachte immer, die sind ständig auf der Flucht und stellen das Auto direkt passend zum Abhauen hin ☺. Da ich von San Antonio aus die „Abkürzung" nach Carlsbad genommen hatte, wollte ich unbedingt noch nach El Paso. Diese Stadt liegt am Rio Grande, war schon immer eine Grenzstadt, und so ist auch das Leben und die Bevölkerung hier - sehr stark spanisch- mexikanisch geprägt. Ich höre hier mehr spanische Laute als Englische. Durch dieses Multikulturelle bekommt die Stadt mit ihren gut 600.000 Einwohnern ein besonderes Flair. Nirgendwo ist man so nah an der mexikanischen Grenze. Ich werde allerdings nicht rüber gehen nach Mexiko. Nach langem Überlegen denke ich, dass das Risiko zu groß ist, dass die Ami´s mich als Ausländer nicht mehr in die USA reinlassen - Visum hin oder her. Da ich mit dem Auto sowieso nicht rüber darf, ist mir dann der nötige Spaziergang über die Grenze das Risiko nicht wert. Aber auch so hat diese Stadt was. Ich kann es nicht mal beschreiben. Mag sein, dass es der sehr starke mexikanisch/spanische Einschlag ist, mag sein, dass die jetzt normaleren Temperaturen dazu beigetragen haben, mag sein, dass ich es heute einfach so empfinde. Ein Beispiel: Haben Sie, lieber Leser - die Sie vielleicht Führungskraft sind - schon mal mit Ihren Mitarbeitern in einem öffentlichen Cafe gesessen (nein, nicht im Nebenzimmer, sondern mittendrin), den PC angehabt und locker und laut über Umsätze und Ziele der Firma geredet? Oder haben Sie schon mal Bewerbungsgespräche in Freizeitkleidung und Schlappen im Cafe geführt, oder kostenlos in schlauen Büchern aus dem nebenan liegenden Buchladen geblättert, die Sie für Ihr Studium brauchen? Im „Starbucks Cafe" heute morgen erlebt - ich glaube es nicht. Aber ich fühlte mich auch mal wieder wie bei Tante Klara auf dem Sofa¼Und da wird man dann ganz locker, was kostet die Welt, es ist schließlich Sonntag! Und der Kaffee ist lecker. Teurer wurde es dann hinterher. Nebenan war ein CompUSA - Laden, und ich habe mal wieder Software eingekauft, die man einfach in Deutschland so nicht kriegt. Ansonsten heute keine besonderen Vorkommnisse. El Paso ist überschaubar, die I-10 läuft mitten durch die Stadt, und ich bin die Tour in guten 20 Minuten mal abgefahren und habe mich orientiert. Ich habe 4 Nächte im „Baymont-Hotel" gebucht - eine Auszeit zum Verdauen aller Erlebnisse und eine geruhsame Vorbereitung auf die jetzt anstehenden Highlights der Naturparks ist einfach notwendig Baymont kostet mit Coupon pro Tag 44 Dollar plus Tax und ist gehobene Kategorie. Das Zimmer liegt denn auch im 4. Stock mit Blick auf Stadt und Berge ringsherum. Das Fenster lässt sich öffnen und zum ersten Mal ist ein „Miefquirl" an der Decke. Besser als jede nachts „heulende" Klimaanlage. Ein Frischgezapftes und ein kleiner Caesar - Salat beim gegenüberliegenden „ Chili´s- Restaurant" haben den Tag abgerundet. A propos Essen und Trinken: ich habe lange überlegt, ob ich Ihnen immer erzähle, welche neue Kneipe ich wieder aufgetan habe. Ich möchte nicht, dass Sie den Eindruck gewinnen, es gäbe nur Essen und Trinken. Andererseits - auch ich fühle mich hier nach all den Jahren immer wieder auf´s Neue wie „Alice im Wunderland". Kneipe über Kneipe, und das ist reizvoll... Ich denke, das hängt auch mit den Lebensgewohnheiten der Ami´s zusammen. Das Leben der meisten besteht nur aus 1-2 Jobs gleichzeitig, Essen, Trinken und Vergnügungen finden extrem an den Wochenenden statt - ist auch kein Wunder bei nur 2 Wochen bezahltem Urlaub im Jahr. So ist halt ab Freitag, egal wo Sie sind, der Teufel los - Ami-Action. Würde ich hier leben, ich würde auch als erstes einmal eine Kneipe eröffnen - selbstverständlich mit Alkohollizenz.
|