10. März - Tag 20 auf dem Weg nach New Orleans Frust am frühen Morgen. Trotz strahlendem Sonnenschein musste ich heute die Erfahrung machen, dass „ Old Paddy" mir überlegen ist. Nix verlängern. Wortreich erklärte mir der Hotelbesitzer, eine Verlängerung säße nicht drin, da 2 Busse mit Gästen zu Old Paddy alles belegt hätten. Wer zum Teufel ist Old Paddy? Ich bin erst mal grummelnd weitergefahren. Unterwegs - vorbei an wunderschönen Antebellum-Häusern, fand ich dann die Antwort auf meine unausgesprochene Frage. Am 14.3. ist St. Patricks-Day und alle Iren und solche, die sich so fühlen, feiern dann ihre Parade. In jeder Stadt wird geschmückt und überall gibt es Umzüge. Und da das Wochenende hier öfters bereits am Mittwoch anfängt¼. Die Fahrt auf der US 90 nach New Orleans war wunderschön. Anders als in Pensacola ist hier der endlose Strand nicht mit Häuser-Straßen zugepflastert, sondern man hat die Möglichkeit, eine lange Zeit einfach am Strand entlangzufahren. Dort habe ich dann eine „ Horde" Pelikane getroffen. Endlich einmal mehr als nur ein einsamer Pelikan. Leider sind die Viecher so scheu, dass ich mich vorsichtig ranpirschen musste, damit sie nicht sofort wegflogen. Aber es hat sich gelohnt. Da ich schon zweimal in New Orleans war, und St.Patricks Day in ganz Amerika gefeiert wird, habe ich darauf verzichtet, mein Traumhotel anzusteuern. Es liegt mitten im „French Quarter" - früher ein Best Western, heute ein Ramada Hotel, direkt an der Ecke zur Bourbon Street, mit Balkon zur Straße. Ist zwar nachts laut, aber ein unvergleichlicher Ausblick und mit den verschiedensten Musik-Sounds von der Straße herauf. Also habe ich in Slidell - ca. 20 Meilen von N.O. entfernt- mir ein „Days Inn" für 3 Tage gesucht. Standard wie gehabt, diesmal mit Eisschrank für 143 Dollar für 3 Nächte - akzeptabel. Dieses hier ist so eine typische „Autobahn-Abfahrt-Stadt". Jede Menge Geschäfte, Tankstellen, Restaurants, Einkaufszentren und ein sehr geschäftiges Treiben. Die Stadt Slidell selbst ist noch 2 Meilen entfernt. Ich habe erst mal alle Koffer, Taschen, Tüten und all das Kleinzeug aus dem Auto geräumt. Erstens wurde es Zeit, mal wieder frische Klamotten rauszulegen und zweitens muss endlich mal Ordnung und System in meine Unordnung gebracht werden. Es haben sich einfach zu viele Dinge aller Art angesammelt. Zum anderen ist es auch gut, nix mit ins French Quarter zu nehmen. Es ist kurios, aber nur auf bewachten Parkplätzen kann man sein Hab und Gut einigermaßen sicher unterbringen - jedenfalls wird einem das mit großen und bunten Schildern vor privaten und öffentlichen Parkplätzen klargemacht. Und das gilt besonders für Nachts - ein lohnendes Geschäft für „Valet-Parking-Parkstellen". Falls jemand von Ihnen mal sicher parken möchte - eins der vielen Valet-Parkings ist in der St. Ann-Street mitten im French-Quarter. 8 Dollar für 4 Stunden sind da noch recht billig - andere nehmen dafür 12 Dollar! Und nachts dürfte es noch teurer sein. Meinen „Tages-Absacker" habe ich hier in Slidell bei „Appelbee´s" genossen. Habe an der Bar gesessen - der Laden war rappelvoll und die Warteschlange um 6 Uhr abends mind. 6 Paare. Ich habe mir ein großes Bier bestellt, und das Bier war wirklich groß - in einem Weißbier-Glas! Die Speisekarte war riesig mit einer tollen Auswahl, und ich habe mir meinen geliebten Caesar-Salat mit Steak bestellt. Davon verstehen die Amis was, und so toll hat es dann auch geschmeckt. Neben mir saßen 2 Amerikaner mit ihren abendlichen „ ich-will-noch- nicht-heim-Drinks". Nun ja, was den Ladies ihr Cocktail ist, ist den Männern ihr Whiskey Sour - und davon reichlich, war ja schließlich Happy-Hour-Time. Als ich mir dann noch ein zweites Bier bestellt habe, war das ihr Gesprächsthema. Ich glaube, sie verstanden die Welt nicht mehr. Eine Frau bestellt nicht nur überhaupt ein Bier, sondern dann auch noch ein zweites Bier. Aber die Amis kennen eben die Deutschen nicht ☺. Gefreut habe ich mich auch, daß diesmal an der Bar sehr viele Ladies saßen und was tranken. Das ergab mal ein etwas anderes Gespräch als sonst, und eine der Damen war sogar in Deutschland gewesen und freute sich, mir ihre Deutschkenntnisse zu demonstrieren. Bloß plötzlich waren sie dann doch nach und nach weg. Des Rätsels Lösung: Alle hatten „Essen to go" bestellt und die Wartezeit mit ein - zwei Cocktails verkürzt. Man lernt ja nie aus. Das wars für heute. Morgen möchte ich gerne das südliche „Unterland" von New Orleans besuchen. Da war ich noch nie.
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