Tag 018

8. März - Tag 18 Pensacola - Beach und Umgebung
Heute begann der Tag wieder sonnig, und ich machte mich ohne großes Frühstück auf den
Weg zurück nach Pensacola-Beach. Dabei überquert man 2 Brücken von der die zweite 1
Dollar kostet (Rückfahrt kostenlos). Da es gerade mal 9 Uhr morgens war, war es herrlich
ruhig und verkehrsarm und so konnte ich in strahlendem Sonnenschein behäbig die
Küstenstraße abfahren. Auf halber Strecke - wenn man rechts rum fährt - beginnt der Gulf
Island National Seashore NP - hätte 8 Dollar Eintritt gekostet, aber dank Eagle-Pass
entstanden für mich keine weiteren Kosten. Innerhalb des Parkes gibt es einige RV-Stellplätze
und sogar ein kleiner Kramladen. Ansonsten wird dieser Teil der Insel von Fort Pickens
beherrscht. Wer sich für amerikanische Kriegsgeschichte interessiert, wird hier bestens
bedient. Mich interessierte in erster Linie ein Gürteltier, das völlig ungeniert trotz der vielen menschlichen
Trampelfüße rundherum nach Futter buddelte. So nah habe ich dieses Tier auch
noch nie gesehen, und es war mir ein Foto wert. Der Rest dort und an anderen Stellen
rundherum sind halbzerfallene Gebäude, Kanonen, Stellungsgräben, Geschützbunker,
Aufenthaltsräume und atmende Geschichte an allen Ecken, im Notfall vom Ranger nacherzählt.
Die weißen Sanddünen dazwischen und entlang der Straße bis zurück zum Ausgangspunkt
waren unglaubliche Einsamkeit. Schneeweißer Sand, mühsam bewachsen mit Seegras und
wieder nichts als Sand und Wasser und sonst nur ein paar Möwen und ein paar Angler. Und
das soweit meine Augen reichten. Irre! Für die dortigen Bewohner leider häufig eine Pracht
auf Zeit. Hier lebt man in Stelzenhäusern und bei jedem Hurrican ist man in Sorge, ob alles
heil bleibt. Das ist auch ein Punkt, den ich bei den Amerikanern bewundere. So schlimm es
ist, mit „Nichts" mehr dazustehen, es wird in die Hände gespuckt und trotzig an derselben
Stelle das Haus wieder aufgebaut.
Die andere Seite der Insel, also links rum von der Brücke aus, ist erst mal Touristen-Souvenir-
Station, dann Hotelanlage und dann Insulaner-Wohnplatz. Viele nette kleine Stelzenhäuser
aus Holz, z.T. richtig bunt bemalt und neuerdings 3 Hochhäuser. Fährt man die Straße weiter,
trifft man kurz dahinter wieder auf weißes Land, mit und ohne Dünen, mit und ohne kleine Seen und wieder endlos weißer Strand, blaugrünes Wasser und niemand da außer ein paar Möwen. Einfach toll! Plötzlich taucht da auch ein Fahrradweg auf, neu erstellt. Ja, Sie lesen richtig, seit neuestem haben die Ami´s das Radfahren entdeckt, so richtig mit Strampeln und nix mit Motör´chen. Habe ich schon im Süden gesehen und hier nun auch. Die Insel ist zu Ende am Navarro-Beach und man fährt wieder aufs Festland zurück. Von Pensacola sind es ca. 23 Meilen von hier aus.
Nein, sonst war heute nix los, ich habe weder was falsch gemacht, noch mich blamiert.
Getestet habe ich lediglich den Microwellenherd hier im Zimmer. Er hat sogar funktioniert
und die gekaufte Tiefkühlkost schmeckte für Mittag -und Abendessen gleichzeitig. Nun trinke
ich noch mein eisgekühltes Bierchen und dann lasse ich es gut sein für heute.
Ich ziehe hier erst mal den Florida-Schlußstrich. Morgen geht es weiter über Alabama nach Mississippi.
Erstes Ziel in Alabama ist im südlichen Teil ein großer Botanischer Garten und
dann die Weiterfahrt nach Biloxi - eine Zockerstadt. Hier dreht sich fast alles um´s
Glücksspiel. Und mich plagt dann die Neugierde. Meine „Spielleidenschaft" spare ich mir
allerdings auf bis Las Vegas, da machts mehr Spaß als hier auf Schiffen im Hafen.



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