Tag 017

7. März - Tag 17 Weiterfahrt nach Pensacola
Heute war dann ganz spontan Abfahrt nach Pensacola. Ist um die 280 Meilen entfernt von
Gainsville. Pensacola ist im Norden, im sog. Pfannenstil und sehr beliebt bei den Touristen im
hiesigen Sommer, weil es nicht so heiß ist wie im Süden Floridas und ganz tolle weiße
Strände entlang der Küste bietet. Jetzt ist es da noch ruhig und außerhalb der Saison. Meine bequeme 5 Stunden-Fahrt endete hier in Pensacola erst mal wieder in einem Travel-Lodge- Motel und dort in einem riesigen Zimmer mit Eisschrank und Microwelle. Ist ein Neubau und mit Coupon für 35 Dollar plus Tax und mit Continental Frühstück zu haben. Aber bis dahin - auch dank Auto-Tempomat - hatte ich viel Zeit, meine Gedanken zu ordnen, unbeantwortete Fragen im Kopf zu sortieren und meine Umwelt zu betrachten. Erstmal, die Autofahrt, besonders die auf der Interstate 10, war zum Gähnen - fast leer und immer geradeaus und kaum rauf und runter, und der Tempomat tat sein übriges. Ich ließ mich doch tatsächlich hinreißen, bei Mc Donald meinen ersten Hamburger zu verputzen. Warum
ich allerdings drei Stück bekam, obwohl mir einer gereicht hätte, konnte ich nicht
rauskriegen. Nicht rauskriegen kann ich ein Fragezeichen in meinem Kopf: warum sind die
Toiletten in Amerika oft ein Stückchen höher als in Deutschland, und warum hat die Brille in
der Mitte eine Unterbrechung von ca. 10 Zentimeter? Hygienisch könnte ich mir das ja noch
erklären, aber wen kann man hier fragen, da doch alle so prüde tun? Oder wissen SIE es?
(Hat übrigens nichts mit dem beschriebenen Lokal und seinem Essen zu tun)¼.
Eine andere Info kann ich aber loswerden an all die Leser, die auch Camper sind oder
Amerika mit einem Camper bereisen (wollen). Ich habe sehr viele Campingplätze gesehen,
längst der Interstate, aber auch mitten in St.Pete, Tampa und Kissimee. Keiner davon hat mich
wegen Lage oder Schönheit vom Hocker gerissen, da alle überfüllt wirkten. Aber sie lagen
eben Attraktions-günstig. Toll fand ich wiederum, dass die RV´s (Wohnmobile) so riesig
sind. Unter 12 Meter läuft hier fast nichts. Die meisten mit seitlich ausfahrbarem
Wohnzimmer und Schlafzimmer. Und die meisten hatten hinten auch noch ihr Auto
dranhängen. In Europa undenkbar in dieser Länge, und ich würde bei dem Gedanken, so ein
Monster in Deutschland fahren zu müssen, die Krise kriegen. Schnuckelig fand ich es aber
dann wieder, wie viele selbstgefreckelte Mobilchen da ebenfalls auf der Piste waren. Eins war
sogar mit schwarzer Teerpappe zusammengenagelt. Ein anderer hatte die vielen Rostbeulen
kunstvoll übermalt. Aber alles in allem habe ich zumindest in Florida vorwiegend große RV´s
gesehen. An den zahlreichen „Rest Areas" - parkähnlichen Rastplätzen an den Interstates - gab es auch unbegrenztes Übernachten von RV´s, sogar mit Hinweis darauf, dass „Nighttime Security" gegeben sei. Auch auf den Parkplätzen der Motels standen häufig welche. Ist ja auch eine Kostenfrage bei mind. 20 Dollar pro Nacht auf einem offiziellen Camping-Platz. Aufgefallen ist mir auch auf der heutigen Strecke: die Seiten rechts und links waren gepflastert mit Reklametafeln und man wusste eigentlich immer genau, was einen an der nächsten Ausfahrt erwartete. Gut fand ich die offiziellen Tafeln - eine mit Hinweis auf Tankstellen, eine mit Logiermöglichkeiten, eine mit Campingplätzen und eine mit Restaurants. Kurz vor der Abfahrt standen diese Tafeln noch einmal mit dem Hinweis ob
rechts oder links und wie weit abfahren mußte. Wirkt erst mal sehr verwirrend. Aber mit der
Zeit kriegt man den Bogen raus und dann ist es ein hilfreiches Mittel.
Zum ersten Mal gesehen - aber leider konnte ich nicht halten - ein Schild in dem der
bevorstehende Suwannee-River auch mit Musik-Noten beschriftet war. Und ein Stück weiter
ein Schild mit 2 Handschellen drauf und der Warnung, wohin einen in diesem County Drogen
führen können.
Eigentlich wollte ich heute nur noch ins Hotel, aber dann war ich doch zu neugierig auf die
Beaches mit ihrem weißen Sand. Grund war auch, dass ich hier - obwohl immer noch Florida
- die Uhr um 1 weitere Stunde zurückstellen musste, also jetzt -7 Stunden Unterschied nach
Deutschland.
Also, das kann ich Ihnen heute schon verraten: dieser Strand ist der absolute Überflieger. SCHNEE-weißer Sand so weit das Auge reicht. Ich habe fleißig geknipst, um Ihnen den
Mund richtig wässrig zu machen. Ich habe beschlossen, noch einen Tag dranzuhängen und
mir morgen das alles noch mal richtig reinzuziehen. Also dann...



Pensacola 2004 



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