5. März - Tag 15 Weiterfahrt Richtung „Pfannenstil" -Floridas Norden Der Wetterbericht drohte mit 87 Fahrenheit, also reichlich 32 Grad, und so zeichnete sich der Morgen auch ab. Nach dem Check-out im Hotel gings weiter in Richtung Interstate 75. Aus Erfahrung weiß ich, dass viele Hotels erst mal an der Interstate liegen, bevor man die eigentlichen Städte erreicht. Und so war es auch hier. Unterwegs veränderte sich die Landschaft ein wenig. Mehr und mehr tauchten saftig grüne Wiesen auf, und links und rechts auf den Wiesen standen riesige Mengen 4-beiniger T-Bone-Steaks rum. Ich dachte immer, das sei Texas-Privileg, und ich wartete eigentlich auf den Cowboy. Kam aber nicht, und so nahm ich mir nur vor, bei nächster Gelegenheit ein saftiges Steak zu verputzen. Östlich von Ocala plante ich einen Abstecher zum Silver Springs Park zu machen, weil ich dachte, dort könne man in aller Ruhe eine Bootfahrt übers Wasser machen zu der dortigen artesischen Quelle. Das war ein Irrtum. Nix Ruhe und Genuss für mich, sondern ein Themenpark für groß und klein a la Disney. Wie gut, dass ich mich verfahren hatte und den Park erst gar nicht gefunden habe. Je weiter ich Richtung Gainesville kam, desto mehr änderte sich das Landschaftsbild. Aus braunen und schwarzen Rindern wurden große und kleine Pferde. Die Weiden waren jetzt edel von einem weißen Zaun umgeben. Laut Reiseführer ist hier das Herzland der Pferdezucht. Hier tummeln sich über 2500 edelste Geblüte, auch Araber, aber auch Zwergpferde. Und am Wochenende ist hier oft der Pferde-Teufel los. Stimmte absolut, allerdings nicht wegen der edlen Pferde, sondern weil mal wieder ein Biker- Rennen ist. Irgendwie verfolgen mich die Feuerstühle, die vielleicht schwerer zu beherrschen sind als ein edles Ross. Da ich ja gelernt habe, dass Hotelzimmer knapp und teuer werden, wenn Biker in der Nähe sind, bin ich stracks zum nächsten Motel gefahren. Trotzdem brauchte ich 3 Anläufe bis ich im Motel6 - jetzt auch als Studio6 mit ein bisschen mehr Komfort und als eine Tochter der „Accor-Hotelkette", ein Zimmer für 2 Tage kriegen konnte. War auch gut so, dass ich mich sofort darum gekümmert habe wenn ich sehe, wie die Leute jetzt Schlange stehen in der Reception. Alles ist rappelvoll, und eine leise Nacht wird es wohl eher nicht. Nicht mehr überrascht war ich über die unendlich vielen und vielfältigen Malls mit ihren ungezählten Geschäften. Davor jede Menge tolle Kneipen, und auch ein paar hübsch anzusehende neue Restaurants - vermutlich neue Ketten. Werde die eine oder andere Kneipe im Laufe der Wochen dann mal heimsuchen. Auf jeden Fall versuche ich morgen Vormittag mal ein paar Bilder zu machen, einen kleinen Eindruck zu vermitteln. Da ich es momentan leid bin, wegen der heimatlichen Emails Libraries zu besuchen und dabei vielleicht einem Rentner den dringend benötigten Platz weg nehme ☺, habe ich den Entschluss gefasst, einfach AOL zu installieren. Ich war selbst überrascht- „ich bin drin". Da AOL hier über Ortsgespräche läuft und „Local-Calls" im Hotel meist kostenlos sind, habe ich jetzt 45 Tage Zeit, mir was Neues einfallen zu lassen. Aber es gibt hier auch Bürowaren- Supermärkte wie „Office-Max" und „Telnet" und so weiter und alle bieten kostenlose 4 Wochen oder x-Stunden zum Testen und alles angeblich ohne Kreditkarten-Nummer- Absicherung. Also schaun ´mer mal. Sonst gab es heute nichts Bewegendes. Morgen werde ich versuchen, die hiesige Uni zu besuchen. Dort ist das „National History Museum" untergebracht, und die sollen eine Fossilien-Sammlung von über 40.000 Exemplaren haben. Das wär ja mal was anderes. Meine neue Telefonkarte habe ich jetzt auch - von „Office-Max". Die Karte hat 1000 Minuten USA-Quatschen für rund 42 Dollar incl. Tax. Das reicht für 500 Minuten nach Deutschland. Ohne versteckte Gebühren. Geht von jedem normalen Telefon aus, vermutlich sogar vom Hotelzimmer aus, da die Einwahl über eine kostenlose 800er-Nummer erfolgt. Ich lasse mich überraschen.
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