Tag 013

3. März - Tag 13 Ausflug nach Homosassa
Auch heute wieder wolkenloser Himmel, obwohl der Wetterbericht auf dem „Weather-
Channel" nix Gutes verheißt. Nach dem Frühstück habe ich mich aufgemacht,
die Manatees in Homosassa heimzusuchen. Das sind schlappe 30 Meilen von hier. Manatees - bei uns auch Seekühe genannt - gibt es
nicht nur in Florida, sondern auch in Südsee-Gefilden. Sie benötigen eine Wassertemperatur
von mind. 72 Fahrenheit, also ca. 23 Grad Celsius, um sich wohl zu fühlen. Insgesamt gibt es
6 verschiedene Arten, aber alle sind vom Aussterben bedroht. Diese freundlichen Riesen
werden um die 3 Meter groß und weit über 1 Tonne schwer.
In dieser Homosassa-Station sind momentan 9 Kühe, davon ein Junges.
Dieses hieß „ Betsy" und pennte bloß. (Man kann ja auch nicht dauernd Möhren und Salat fressen).
Hier in Amerika können Sie sogar eine Patenschaft für 25 Dollar im Jahr übernehmen. Und
ich glaube, hier gibt es sehr viele Menschen, die diese gutmütigen Riesen lieben und Pate
werden. Als ich vor Jahren das erste Mal dort war, hatte ich ein Hotel direkt am Kanal und
ich wunderte mich immer, wohin die Horden von Kahntouristen eigentlich fuhren. Habe ich
natürlich rausgekriegt, bin selbst mitgefahren: brachte mich stracks zu einem Minipark in
mehr oder weniger privater Hand, der erst seit 1989 State-Park ist.
Ursprünglich als Naturpark mit allen Arten von Vögeln gedacht und bereits 1845 gegründet.
Hervorstechendes Merkmal: viele „Volunteers", also Freiwillige, meist gehobenen Alters, die
sich liebevoll um all das Getier im Park kümmern. - besonders um die Manatees, die hier aufgepäppelt,
gepflegt, gefüttert und präsentiert werden und das unmittelbar über der Quelle
von Homosassa Springs. Sie fahren mit dem Boot über einen Kanal an einen Anlegesteg,
gehen über die Straße in den Park und werden später auch wieder zurückgebracht. Die ganze
Tour, incl. Bootfahrt, kostet 9 Dollar plus Tax, und wenn Sie ADAC-Mitglied sind
bekommen Sie 20% Rabatt. Daran hat sich auch heute nichts geändert.
Es ist ein wundervolles und seltenes Erlebnis diese riesigen, fast unbeholfen wirkenden
Seekühe zu beobachten. Sie haben, gemessen an ihrer Körperfülle, einen kleinen Kopf mit Knopfaugen,
die einen richtig lieb angucken. Leider ist es noch ein bisschen zu früh, diese
lieben und harmlosen Riesen im Crystal River - etwas oberhalb von Homosassa - zu
beobachten. In guten Zeiten tummeln sich da auch schon mal bis 300 Stück. Gegrinst habe ich
über einen der Schelme, als er ne Möhre vom Wärter kriegte und diese wie ne Zigarre im
Maul immer hin und her drehte, bevor er sie dann zerkaute. Ein grauer Riese mit einer
orangefarbenen Möhre! Hat mir wieder Freude gemacht, dort gewesen zu sein.
Aber - es gibt natürlich auch noch mehr als nur Manatees: dort finden Sie auch Pelikane in 3
verschiedenen Arten, rosarote Flamingos, Ibisse und andere einheimische Vögel, dazu ein
Rhinozeros ( wie das sich nach hier verirrt hat, ist mir allerdings schleierhaft), den seltenen
Panther, Schildkröten verschiedener Arten, Eulen, Weißkopf-Adler und kleinere Adlersorten
in Freigehegen mit Wegflieg-Garantie, Krokodile/Alligatoren, einheimische Schlangen in
einem separaten Gebäude, Biber, Füchse und vieles mehr an bedrohter Vogel- und Tierwelt.
War schon toll! Falls Sie mal hier sind, ein Abstecher ist zu empfehlen!
Auf dem Rückweg war ich noch bei Wal-Mart, um was Warmes zum Essen zu besorgen und
nach einer neuen Telefonkarte Ausschau zu halten, habe aber nichts Passendes gefunden. Die
dort erhältlichen AT&T-Karten sind mit 6,3 cent pro Minute einfach zu teuer. Erfolgreicher
war ich dann an der „Deli-Theke": Wedge-Potatoes" und „süßsaure Chickenteile" - das ganze
für 3 Dollar und reichlich für 2 Personen. Plus „ Crab -und Caesar-Salat dazu. War dann die
Krönung fürs abendliche Essen in den gemieteten 4 Wänden.



Homosassa 2004 



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