1. März - Tag 11 St.Petersburg und Tampa Die Baustelle vor dem Motel hatte ich wohl gestern abend vor lauter Müdigkeit übersehen, aber pünktlich um 7:00 heute morgen wurde ich daran erinnert. Ebenso an den heftigen Rush- Hour-Verkehr in Richtung Tampa. Nun gut, der Kaffee war lecker, die eigenen Brötchen auch und der Himmel zwar bedeckt, aber es war schon 24 Grad Celsius warm. Eine gute Gelegenheit, die Gegend zu erkunden. Vor allem die Straße „quer durchs Wasser", der Tampa Bay von St. Pete bzw. Clearwater nach Tampa, hat es mir immer wieder angetan. Rechts befindet sich eine kleine Straße, die man auch mit dem Auto entlang schleichen kann, und bei gutem Wetter stapeln sich hier riesige Mengen von Pelikanen. War leider diesmal nicht so, und enttäuscht fuhr ich weiter Richtung Tampa. In Tampa hat sich nicht viel geändert, der Verkehr nach wie vor rücksichtslos. Nur gebaut wird wie verrückt, auch sämtliche Zufahrtsstrassen sind eine einzige Baustelle. Zum Verkehr möchte ich noch eine Anmerkung machen: Ich weiß nicht, wer die Geschichte erfunden hat, in Florida würden die Rentner wie Blindschleichen Auto fahren. Ich habe da andere Dinge erlebt. Da ja alle Autos Automatik haben, sind wohl viele mutig geworden. Sie müssen ja nicht die Hände vom Lenkrad nehmen. Normalerweise hört das Tempo hier sowieso bei 70 mph auf - und in den Städten läuft da nur 45 mph, allenfalls 55 mph - das entspricht ca.70/90 km/h. Aber mit 80! mph = ca. 120 km/h, rumbrettern und dabei von der äußersten linken Spur quer rüber in die nächste Ausfahrt rechts, ist schon gar nichts mehr - wenn man bedenkt, dass die meisten Straßen hier 4-spurig sind. Vielleicht noch ein Tipp zu den Verkehrsregeln. Knöllchen sind hier sehr teuer. Sollte es mal einen von Ihnen (oder mich) erwischen: ruhig im Wagen sitzen bleiben (die Polizisten halten immer mit Blaulicht hinter einem), die Hände aufs Lenkrad legen, Fenster runtermachen und warten, bis der Officer kommt, bloß nicht Aussteigen. Papiere nach Aufforderung langsam aus der Tasche nehmen, keine missverständlichen Handbewegungen machen. Wenn Sie dazu verdonnert werden, eine Geldstrafe zu bezahlen, versuchen Sie bloß nicht, das sofort beim Polizisten zu bezahlen! Von wegen Mietwagen oder so. Es könnte Ihnen als Bestechung ausgelegt werden! Nehmen Sie das Überweisungsformular und bezahlen sie die Strafe bei der nächsten Bank. Gott sei Dank erzähle ich Ihnen hier nur Theorie, von einem Amerikaner, der es zur Genüge kennt, erzählt. Unterwegs auf dem Rückweg habe ich Halt gemacht in einem Starbuck-Cafe. Der Kaffee war ausgezeichnet, die Atmosphäre dort wie bei Tante Klara auf dem Sofa, und leckeren Kuchen gab es auch. Nur meine Internet-Verbindung kriegte ich nicht hin. Bis die Cafe-Leiterin mir bedauernd mitteilte, der Internet-Anschluß würde nicht funktionieren wegen Umbau- Maßnahmen - nun ja. Eigentlich fühlte ich mich auch nur faul und träge, und so beschloss ich, mir eine Bleibe zu besorgen und mal ein paar Tage Pause zu machen, nur von kleinen Ausflügen unterbrochen. Mein Heim für 4 Tage fand ich in einem „Comfort Inn" mit Coupon für 49.95 plus Tax pro Nacht. Normalerweise kostet dieses Motel mind. 69.95 plus Tax pro Nacht. Nicht nur, dass die Zimmer komfortabel an sich sind, hier gibt es endlich mal ein Fenster zum öffnen. Ebenso ein Bügelbrett und ein Bügeleisen im Zimmer. Dazu eine Waschmaschine und ein Trockner in einem speziellen Raum, für jedermann zugänglich. Die üblichen Eiswürfel-Automaten und ebenso ein Automat mit Süßigkeiten oder Bagels für den schnellen Hunger. Auch das Frühstück ist reichlich und ok. Ein Pool ist natürlich auch da und lockt mit doch recht kaltem Wasser. Deutsche Nachrichten sind hier rar. Es gibt hier zwar ein GermanTV, mit ARD und ZDF und RTL, nur leider bisher in keinem der Motels in denen ich war. So weiß ich zwar, wer hier in den USA bei Superstar in die nächste Runde kommt, aber nicht, ob in Deutschland „Denise" noch dabei ist. Die würde hier mit ihrer Country-Stimme absolut Karriere machen. Ich gucke hier im TV immer „CMT" - das ist der Kanal für die Country-Music-Fans. Jetzt gehe ich mir noch ein Sixpack Chemie-Bier für die nächsten drei Tage besorgen, und das wars dann für heute. A propos Bier: Chemie-Bier hört sich immer so ätzend an, aber das Bier hier ist nun halt genauso gewöhnungsbedürftig wie der Kaffee. Allerdings eiskalt getrunken, schmeckt es dann doch, vor allem, wenn es vom Faß (on Tap) getrunken wird. Es hat keinen Schaum und wird in der Kneipe in einem eiskalten Glas serviert, ca. halber Liter für ab 3 Dollar. Kauft man sich das Bier im Supermarkt, ist es relativ preiswert, z.B. 16 Oz- =0,473 Liter kosten ab 55cent. Es gibt hier unendlich viele Sorten Bier, auch kleine oder lokale Firmen brauen hier. Es gibt auch kleine „Brewery"-s, die lokal Bier erzeugen und nicht selten „nach deutschen Reinheitsgebot", was immer das hier heißen mag. Morgen oder übermorgen abend werde ich eine solche Brewery- Kneipe besuchen, namens „ Hops". Fasziniert hat mich dort, dass man einen Sampler bestellen kann mit 6 Sorten verschiedenem Bier. Wie die das wohl hinbasteln, 6 Sorten so zu verschneiden¼..sogar „Red Bier" ist dabei. Aber darüber mehr wenn ich dort war.
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