Tag 009

28. Februar - Tag 9 von Miami an die Golfküste Richtung Tampa
Das Frühstück heute morgen war bestens. Also manche Hotels haben es dann doch drauf mit
einem spitzenmäßigen Frühstück (allerdings ohne Eier und Speck). Sogar Waffeln konnte
man sich selbst brutzeln, auch wenn das Waffeleisen sein Eigenleben entwickelte, wie eine
zufällig deutsche Urlauberin dann leidvoll erfahren durfte. Drehwaffeleisen umgekippt,
Teig rausgetropft und gequalmt und den Rest der Waffel im Eisen festgeklebt. Sie hat dann auch
Toast gegessen, den sie sich im Toastautomaten erst mal versengt hat. War wohl nicht ihr Tag.
Ich habe mir noch einen Kaffee für unterwegs gegönnt. Ach ja, das Thema Kaffee.
Viele europäischen Kaffeetrinker schüttelt das Grauen bei dem Geschmack. Dabei sind nur die
Bohnen anders geröstet. Das ergibt im Geschmack „Laberkaffee". Aber trinken Sie ruhig mal
3-4 Tassen davon hintereinander weg, Ihr Puls wird Ihnen dann schon was erzählen. Wer
natürlich immer Kaffee trinkt, für den wird es vielleicht trotzdem eine Tortur werden.
Empfehlen kann ich „ Maxwell Kaffee" und den gibt es recht oft im Restaurant.
Witzigerweise gibt es diesen Kaffe auch als „ Teebeutel" in den großen Supermärkten zu
kaufen. Ich nehme davon immer welchen mit nach Hause. Tolles Souvenir. Und durchaus
geeignet für die schnelle Tasse Kaffe zwischendurch. Falls jemand entcoffenisierten Kaffee
trinkt oder mag, der heißt hier „Decaf" und steht ebenfalls immer zur Verfügung.
Leider ist es heute morgen sehr windig und total zugezogen. Lange Hosen und eine Jacke sind
angesagt. Dann muß ich auch noch tanken. In Miami muß man erst mal bezahlen und dann
darf man tanken - haben wohl alle schlechte Erfahrungen gemacht. Also 15 Dollar auf den
Tresen gelegt und nach dem exakten Tanken einfach weggefahren - ist mal ne andere Art.
Ziel heute ist der „Tamiami-Trail" - das ist der obere Rand des Everglades NP, dort,
wo die Mikosukee-Indianer zu Hause sind. Ist die Nationalstraße 41, die weit bis nach Naples
reinreicht. Es gibt auch noch die Interstate 75 -nördlicher gelegen, aber ich empfehle Ihnen
nur die 41er. Und nur von Richtung Fort Lauderdale aus und nur am späten Vormittag -
zumindest jetzt zu dieser Jahreszeit. Das Licht steht dann gut zum Fotografieren und an der
gesamten Strecke befindet sich rechterhand eine Art Kanal in dem es nicht nur vor
Krokodilen wimmelt, sondern auch unendliche viel „Wading Birds" zu Hause sind. Die sitzen
einfach rum und warten auf den Fisch, der vorbeikommt und gefressen werden will. Und
kaum zu glauben, so ist es auch.
Das Gebiet ist ein Teil des Big Cypress NP. Ich zählte mehr als 10 verschiedene Sorten Vögel
und habe mir im Visitor Center erst mal ne Übersichtskarte gekauft, um die Viecher
auseinander halten zu können... Wenn Sie gut zu Fuß sind, oder gerne 12.75 Dollar pro
Person für eine Rundfahrt ausgeben (von den 10 Dollar Eintritt in den NP ganz zu
schweigen), sollten Sie unbedingt „Shark-Valley NP" heimsuchen. Ebenfalls jede Menge
Getier werden Sie hier finden- 2-beinige aller Art, mit und ohne Kamera. Scheint ein
Fotografier-Revier zu sein, habe schon lange nicht mehr so viele Profi-Kameras auf einem
Haufen gesehen. Leider war das Wetter zu diesem Zeitpunkt noch mies, und da macht es für
mich keinen Sinn zu fotografieren. Ich fand es toll, dann im Sonnenschein auf dieser empfohlenen Straße 41,
einfach rechts ran zu fahren und Natur life zu genießen und zu fotografieren.
Unter keinen Umständen sollten Sie versäumen eine der vielen angebotenen Air-Boot-Touren
zu machen. Hier macht das richtig Spaß, und Sie lernen eine Menge über die Indianer und den Lebensraum,
in dem sie zu Hause sind. Natürlich ist so ne Fahrt im Boot der Renner, weil an irgendeiner Stelle
der Driver aufdreht und Sie nicht nur im Wasser, sondern auch ein bisschen auf dem matschigen
Land rumbrettern. Die, die vorne sitzen, sind dann manchmal etwas gesprenkelt.
Auf dieser Strecke gibt es auch das kleinste Postamt in den USA. Echt! Ehrlich gesagt, ne
kleine Bretterbude in blau-weiß, aber mit Staats-Fahne und Briefkasten und einer richtigen,
amtlichen Chefin hinterm Minischalter.
Mich zog es am Spätnachmittag via Interstate 75 nach Naples zum Übernachten. In einem
kleinen Privat-Motel habe ich mich niedergelassen. Eine hübsch gemachte Bleibe für 50
Dollar incl. Tax, das Zimmer im Westernstil mit viel Holz - für eine Nacht absolut ok.



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