25. Februar - Tag 6 Fort Lauderdale Heute habe ich gut geschlafen und fühle mich bereit für neue Taten. Das Frühstück, oder was die Amis darunter verstehen, ist inclusive und ich mache mich auf den Weg rauszukriegen, ob ich davon satt werde. Überraschung - es ist ok. Habe direkt nette - natürlich - Rentner kennen gelernt, aus Boston, die sich hier in Florida „aufgewärmt" haben und jetzt schon fluchend morgen nach Hause fliegen nach Boston. Da wars heute morgen 0 Grad. A propos Wetter, überall hat es geregnet, geschneit und gestürmt, bloß hier nicht, wir hatten 32 Grad Celsius. Aber heute wird es uns auch erwischen. Hoffentlich wird es einen Tick kühler. Bevor ich mich auf die Socken mache noch ein paar Informationen: das Thema Hotel/Motel: Man unterscheidet - soweit ich es zuletzt vor 3 Jahren erlebt habe - auch bei Motels Klassen. Einen wirklichen Unterschied merkt man erst auf den zweiten Blick. Fast alle Motels gehören irgendwelchen Ketten an und schießen wie die Pilze überall aus dem Boden. Somit ist auch gewährleistet, dass die Qualität sich nicht so sehr voneinander unterscheidet. Motel 6 z.B. gehörte immer zu den preiswertesten Motels, das stimmt wohl so auch nicht mehr - in Orlando nennt sich das Motel6 jetzt auch Studio6 (bietet preiswerte Monatsraten) und mir ist bei den Neubauten dieser Kette aufgefallen, dass man im Hotel-Stil baut, also 3-stöckig und nicht mehr ebenerdig. Dafür ist Motel Super8 - Kette teuer geworden. Egal, wie die Motelkette heißt, sie steht und fällt mit dem Betreiber oder Pächter oder wie immer das System hier ist. Ich nehme grundsätzlich Zimmer mit 2 Betten, weil mir mein eigenes Bett heilig ist - das sind Betten, die jeweils mind. 1.40 Meter breit sind, immer Nichtraucher und wenn ich kriegen kann, ebenerdig wegen der Gepäck-Schlepperei. Klappt meist auch. Es gibt natürlich auch Zimmer mit nur 1 Riesen-Bett von 2x2 Metern, die sind in der Regel sogar billiger pro Nacht. Die Ausstattung der Zimmer variiert wenig. Immer ist ein Badezimmer, ein Waschbecken, ein Board mit einem TV-Gerät, ein (Nacht)-Tisch zwischen den Betten vorhanden, meist Fön, eine kleine Sitzgruppe, immer Klimaanlage - die auch heizen kann, ein großes Fenster, seltener ein Fenster zum Öffnen - eine kleine Kaffeemaschine incl. Kaffee und manchmal ist halt auch ein Frühstück unterschiedlicher Auslegung dabei, aber ein Bagel, Butter, Marmelade, Saft, Kaffee und Körnerfutter ist dann Standard - und wenn es kein Frühstück gibt - Kaffee gibt es immer. Kann man sich einfach so meist in der Rezeption holen. Eine echte Unterscheidung zwischen den Standard-Ketten liegt höchstens in der Größe des Zimmers und einer leidlichen bis guten Ausstattung - aber immer sauber. Ich habe noch nie irgendwo Bekanntschaft mit einer Kakerlake gemacht. Manchmal gibt es auch ein Restaurant im Motel. Aber immer liegen „drumherum" genügend Lokalitäten unterschiedlichster Art - auch noch ein paar andere Lieblingskneipen von mir, davon aber später¼ Heute habe ich einen Trip ans Meer gemacht, schließlich bin ich in „ Klein-Venedig" Fort Lauderdale. Naja, es ist sehr nett hier mit all den Kanälen, aber es haut einen nicht vom Hocker, wenn man vergleichbares auch in Ampuriabrava/Spanien findet. Schöner fand ich eher den endlosen Strand im gleißenden Licht mit Sand bis zum Horizont und fast menschenleer. Ich frage mich bloß, wo die ganzen Rentner abgeblieben sind, die paar die ich heute gesehen habe, waren am „ walken". Ein geplanter Schiffs-Ausflug mit der „Dschungel- Queen" - einem Raddampfer der 4. Generation mit Platz für bis zu 550 Personen in der Luxusdampfer-Version - durch die Kanäle scheiterte daran, dass der Trip für mich zu lange dauerte und mir einfach zu teuer war für die angebotene Leistung. Gegen Mittag fing es hier auch mächtig zu regnen an und das tut es immer noch. Dieser Regen hier ist anders als unserer. Gut, er fällt auch hier vom Himmel, aber „heavy" und in solchen Mengen, dass die Straßen schneller überflutet sind als ich Luft hole. Trotzdem sind es immer noch 19 Grad Celsius und ich flüchtete in einen Computer-Supermarkt, um kostenlos den dortigen Emailer zu benutzen - ich schrieb schon davon. Zu Hause nichts Neues. Wenn man Fort Lauderdale in Richtung Beach fährt, trifft man auf ein paar nette deutsche Restaurants und/oder Geschäfte, zu erkennen, dass entweder die deutsche Fahne, der Name der Kneipe oder irgendwas anderes Deutsches erkennbar ist. Auch eine deutsche Bäckerei und einen deutschen Metzger sah ich. Ich bin noch nicht lange genug weg von zu Hause, ich vermisse noch nicht das deutsche Brot, aber vielleicht geht es anderen ja anders. Jetzt geht es zurück ins Hotel, und den Abend schenke ich den „American-Idols" - ist der gleiche Stil wie „Deutschland sucht den Superstar". Man muß sich ja schließlich auf dem Bildungsstand halten.
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