22. Februar - Tag 3 Orlando Draußen ist es affenheiß, aber nicht drückend. Die Amis fahren ihre blitzblank geputzten 4Rad-Auto-Brummer (stellen Sie sich da auch ruhig mal einen deutschen Suzuki mit LKW- Reifen vor) spazieren und vor Neid könnte ich da schon platzen, wenn mal wieder ein Mustang, Super-Jeep, einer der Asiaten oder ein Chevy an meinem Auto vorbeiröhrt. Er ist ja nicht schneller, aber schicker und vor allem „soundiger". Es scheint, als hätten alle Familienväter als Erstwagen einen 4Rad-Sounder und erst dann die normalen PKW´s. Und noch was: nicht nur Männer finden tolle Autos stark! Obwohl ich mich immer noch wie eine wandelnde Schlaftablette fühle, gehe ich shoppen. Amerika kennt keine Sonntagsruhe oder bestimmte Öffnungszeiten. Für mich zur persönlichen Grundausstattung gehört weiches Klopapier und eine Küchenrolle. Die gibt es hier aus einem Material - einfach Klasse, wie ein Handtuch. Empfehlenswert ist auch ein so genannter Cooler, eine kleine Kühlbox für das Tägliche, kostet je nach Supermarkt und Größe zwischen 8 - 30 Dollar. Da es im Hotel/Motel immer einen Eiswürfel-Automaten gibt, kann man immer den Cooler befüllen und den Inhalt somit kühl halten. Ist fast wie Eisschrank. Zwar sehen es die Hotelbesitzer nicht gerne, wenn man seinen Cooler befüllt, aber solange es sich in Grenzen hält¼.Bei mir wird momentan es ein bisschen Schmierkäse für die Stulle zwischendurch und meist ein Fertig-Salat plus Dressing und 1-2 Dosen Chemiebier, manchmal auch dieses unerträgliche Weißbrotbrötchen für die Stulle gekühlt. Falls SIE mal erfolgreich eingekauft haben, können Sie problemlos anstatt mit Bargeld oder Kreditkarte auch mit Traveller-Schecks bezahlen - gilt wie Bargeld. Eigentlich wollte ich schon längst weitergefahren sein, aber nichts eilt ja und es gefällt mir hier. Orlando hat viele kleine Seen - auch im Stadtgebiet mit schnuckeligen Wohnanlagen drum herum. Das schafft eine hohe Wohnqualität und nicht umsonst wird hier wie wild gebaut - allerdings schön und ökologisch und sinnig und preiswert. In der Stadtmitte selbst gibt es den berühmten International-Drive kurz I-Drive genannt, an dem es wimmelt von Billigläden, Kneipen, Shops aller Art, Hotels aller Preisklassen und feinste Restaurants. Heute war ich auf dem Motel-Gelände frühstücken. Da fragte die Kassiererin ob ich Rentner wäre und flux habe ich genickt, denn um mich herum standen echte Senioren und da fiel ich wohl nicht weiter auf. Hat 15% Rabatt gebracht. Vielleicht haben Sie sich schon gewundert, dass ich aktuell schreibe - auch das ist hier kein Problem. Bei McDonalds z.B. steht ein Email-Automat, in dem man sogar eine Diskette einsetzen kann um z.B. Bilder zu versenden. Auch die StarBucks Cafe-Kette bietet einen Access-Point - schnell, aber nur zu benutzen wenn Sie T-Mobil-Kunde sind. Die deutsche Kennung muß eingegeben werden und in Deutschland auf Amerika umgestellt werden. Wie es mit AOL funktioniert habe ich noch nicht getestet. Und darüber hinaus ist an fast jeder Ecke ein Cyber-Cafe oder Internet-Cafe. Auch in den riesengroßen Computer/Elektronic- Läden wie „CompUSA", „Circuit City" und vermutlich auch „BestBuy" kann man kostenlos mal eben wenigstens die Emails abrufen oder senden, jedenfalls in denen, die ich schon heimgesucht habe. Der Tag läpperte sich so zusammen. Irgendwie war ich immer noch nicht ganz umgestellt. Der Nachmittag am Pool mit 27 Grad Außentemperatur hat gut getan und so fuhr ich um die Ecke (ein Amerikaner geht nicht, er joggt/walkt oder fährt) in eine weitere Lieblingskneipe: T.G.I. Friday. Ist eine Kneipen-Kette quer durch die Staaten. Diese hier ist riesengroß mit einer Bar, die sich um drei Ecken schlängelt und mind. 40 Fernsehern an allen Ecken und zwischendrin und obendrauf - die meisten als Riesen-Plasmas. Hat mich schon beeindruckt. Die Kneipe selbst sieht von außen bescheiden aus, aber wenn man reinkommt, ist das aufgebaut wie eine Sporthalle mit oben offenem Himmel. Gingen gut und gerne fünfhundert Leute rein. Alles auf sehr sportlich getrimmt, in erster Linie Basket-Ball. Ach ja, T.G.I. Friday heißt übersetzt: Thank God it´s Friday - und so voll war´s denn dann auch.
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