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 | Spanien 2010 |
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Spanien -Dezember 2009 bis März 2010 ...wenn einer eine Reise tut...
Draußen ist es dunkel und still ,und das, obwohl es schon gleich 7:30 Uhr ist. Oder doch nicht? Da läuft doch ein Camper mit dem Kulturbeutel zum Sanitärhaus. Also bin ich doch nicht der einzige Frühaufsteher... Ja, nun sind wir angekommen in Spanien. Auf dem „Festland“, in der Nähe von Denia. Dort, wo man mal einer Ministerin das Auto geklaut hat, Sie wissen schon..: Von zu Hause abgereist sind wir bereits am 12. Dezember, wenige Stunden bevor in Deutschland der Winter einbrach. Morgens um halb fünf machten wir uns auf den Weg über Aachen und Luxemburg nach Frankreich und bis in den dortigen Süden; in dem wir am Abend in Narbonne ankamen. Ja 1.100 Kilometer haben wir bis dorthin fahren müssen. Aber das ist wie mit den Zugvögeln. Man fährt so weit, wie es gerade möglich ist. Und als wir gegen 18:00 Uhr auf dem überfüllten Stellplatz im Hafen von Gruissan ankamen, waren wir müde, hungrig, aber auch zufrieden es bis hierher geschafft zu haben. Und kalt war es hier nicht, das war schon mal gut so. Weitergefahren sind wir am nächsten Morgen wieder gegen halb fünf Uhr. Schließlich hatten wir noch gute 800 Kilometer bis zu unserem Campingplatz zu bewältigen. Während uns ein traumhafter Sonnenuntergang vor wolkenlosem Himmel in Frankreich auf eine tolle Wetter-Zeit hoffen ließ, regnete es am folgenden Morgen in Spanien ununterbrochen. Und als wir endlich auf unserem Campingplatz in Oliva-Nova ankamen, regnete es immer noch. Tiefe Pfützen hatten sich in die Wege vor den einzelnen Parzellen gegraben. Und wir fuhren nur noch in einem Schwung auf „unseren“ Platz, steckten noch das Stromkabel im externen Stromkasten an und das war es dann für die nächsten 48 Stunden. So einen Regen haben die Spanier für ihr Land dringend gebraucht. Aber musste der ausgerechnet jetzt runterkommen? Somit trafen wir keinen der anderen Camper, und wir hatten – positiv gesehen – die Zeit, die wir brauchten, um auszuschlafen und uns zu akklimatisieren. Und dazu haben wir letztendlich dann doch fast 14 Tage gebraucht, bis nicht nur unser Körper, sondern auch unser Geist angekommen war. Nun ist es mittlerweile drei Tage vor Silvester, Weihnachten ist vorbei. Man kennt alle seine aktuellen Nachbarn. Viele neue Gesichter sind hinzugekommen seit unserem letzten Hiersein. Aber auch altbekannte Gesichter, die einen herzlich begrüßten. Ja, so ein Camperleben hat was.
Allerdings – es ist schon eine Umgewöhnung auf 12 Quadratmetern zu zweit auszukommen. Hier leben und schlafen wir nun, und das drei Monate lang. Aber wie heißt es immer so schön – Raum ist in der kleinsten Hütte. Es muss nur schön sein. Und so ist es möglich, dass Anni hoch im so genannten Alkovenbett schläft und aufsteht, wann sie Lust hat. Und ich die Sitzecke abends umfunktioniere in ein richtig großes Bett mit Fenstern um mich herum, und vom Bett aus sehe ich auch den Sternenhimmel durch ein Panoramafenster über mir. Ich stehe auf, wenn ich mag, und so wie heute, sitze ich dann hier und schreibe, während es draußen noch dunkel ist.
Gekocht wird außerhalb des Wohnmobils in einem so genannten Kochzelt. Groß genug, um auch darin zu sitzen mit Tisch und Stühlen. Unsere Parzelle hier ist so groß, dass wir ein Zusatzzelt aufstellen könnten, in dem sechs Personen Platz hätten. Aber das haben wir bis jetzt noch nicht gemacht. Uns ist viel wichtiger, dass wir unsere Sonnenstühle samt Fußhocker bequem aufstellen und nach dem Stand der Sonne drehen können. So bleibt es dann auch möglich, im T-Shirt sitzen zu können. Klar, es ist Winter, auch hier. Aber eben doch nicht so wie bei uns daheim. Auch hier wird es momentan erst gegen 8:30 Uhr hell, und ab 17:00 Uhr ist es dämmrig und zu kalt, um draußen zu sitzen. Aber tagsüber ist es eben toll – wenn die Sonne scheint.
Der endlos lange, feinsandige Strand liegt von hier keine fünfzig Meter hinter den Dünen. Das Meeresrauschen hört man bis hier. Und wenn es Sie jetzt interessiert, wo man diesen tollen Platz findet, dann wird es schwierig. Ohne Koordinaten fürs Navi ,oder wenn man es weiß, findet man den Platz nicht so ohne weiteres, wenn man die Gegend nicht kennt. Nein, traurig bin ich deswegen nicht. Ich bin so egoistisch, lieber daran zu denken, dass der Platz nicht aus allen Nähten platzt. Warum auch immer, nebenan liegt ein viel größerer Platz mit noch reichlich freien Stellen und trotzdem ist unser Platz jetzt schon sehr, sehr voll. Dabei kommen bis Anfang Januar noch viele Stammgäste. Und denken Sie jetzt bitte nicht, dass es hier besonders komfortabel zugeht. Es ist nur einfach für die meisten die zweite Heimat – manche stehen hier ein halbes Jahr – und vertraut. Und dafür nimmt man auch mal Unannehmlichkeiten aller Art in Kauf. Das Schöne für uns an dieser Gegend ist, dass einerseits das normale Leben wie zu Hause weiter läuft. Selbst Aldi, Lidl und Konsorten sind in der Nähe. Und andererseits, für uns beide vom flachen Niederrhein, die Berge greifbar nahe sind. Ohne großen Aufwand können wir mit unserem zwischenzeitlich angemieteten Fiat Panda in die Natur fahren. Ein wunderschönes Hinterland erwartet uns täglich. Und eigentlich möchte ich Ihnen dieses näher bringen, falls auch Sie mal hier in der Gegend Station machen. Aber das ist noch nicht alles. Ganz in der Nähe gibt es Reisfelder, die bald voller Vögel sein werden, vom Graureiher bis zu Ibissen. Und da ist ein Fotografierherz dann wieder voll in Action. Und weiter sehenswert sind die endlosen Orangenplantagen. Wie erfrischend es ist, jedes Jahr mit diesem satten Grün der Bäume und den überquellenden Mengen von Orangen daran empfangen zu werden. Dann ist es ziemlich egal wie müde man von der langen Fahrt ist. Ein Blick für die Götter. Natürlich gibt es auch hier in der Nähe ein großes 4-Sterne-Golfhotel mit einer traumhaften Badelandschaft innen drin, auch für „Externe“, wie uns, gegen Kosten nutzbar. Und natürlich wimmelt es hier vor Ferien-Appartement-Wohnlandschaften. Aber jetzt ist es sehr still hier, wie in einer Geisterlandschaft, weil die Spanier hier nur im Sommer leben. Die großen Touristen-Zentren wie Denia, Calpe oder Benidorm sind nicht weit, und jeder Urlaubsanspruch wird hier abgedeckt. Leider gibt es nun an allen Ecken und Enden halbfertige, gerade begonnene und bereits vergammelnde Wohnblocks. Aber all das ändert nichts an der ursprünglichen Schönheit dieses Landstriches. Und so werden wir alle sich bietenden Gelegenheiten nutzen, mal raus zu fahren und nachdem Rechten zu gucken...
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Spanien 2006 - 10. Woche Spanien 2010 - Dezember2009
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